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18:28 02.07.2016
Normalerweise ist Sascha Grube nicht vor der Kamera, sondern hinter der Fleischtheke im Famila-Markt in Timmendorfer Strand zu finden.

Seinen Traumberuf hat Sascha Grube bereits gefunden. Jeden Tag steht der smarte Lübecker hinter der Fleischtheke im Famila-Markt in Timmendorfer Strand und bedient mit einem charmanten Lächeln die Kunden. Doch wenn es nach dem 27-Jährigen geht, würde er sich gerne noch ein zweites Standbein aufbauen – der Fleischermeister träumt von einer Modelkarriere. Die Vorzeichen dafür stehen gut, den ersten Modeljob hat er bereits in der Tasche. Sascha Grube ist im kommenden Jahr im Reinert Metzger-Kalender zu sehen. Ein Kalender, der seit über zehn Jahren auf dem Markt ist und seit vier Jahren echte Metzger statt professionelle Models abbildet. „Ich habe mich zusammen mit zwei Kollegen aus Jux beworben. Dass es wirklich geklappt hat, hat mich riesig gefreut“, erzählt Sascha Grube.

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Mit diesem Foto hat sich der Lübecker Sascha Grube (27) im April bei der Privat-Fleischerei Reinert für den Kalender beworben. Am vergangenen Wochenende fand das Shooting statt.

Seine gesunde Ernährung und das harte Krafttraining haben sich ausgezahlt. „Und meine sympathische Ausstrahlung hat die Jury wohl auch überzeugt“, glaubt der Fleischermeister. Der 27-Jährige hat sich gegen Metzger aus ganz Deutschland durchgesetzt. 45 Männer haben sich beworben, sieben von ihnen durften zum Fotoshooting nach Halle reisen. „Das war sehr aufregend, weil es neu war, vor der Kamera zu stehen“, erzählt der 27-Jährige, „dort habe ich auch zum ersten Mal die anderen Männer getroffen.“

Ein kurzes Abchecken mit Klamotten, dann mussten alle die Hüllen fallen lassen. Denn fotografiert wurden die Jungs nur in hautengen Boxershorts oder Jeans. „Da waren schon viele dabei, die echt durchtrainiert waren“, sagt Grube. Doch auch der Lübecker ist stolz auf seinen Körper. Drei bis vier Mal die Woche geht er vor der Arbeit ins Fitnessstudio. „Sport ist mein Lifestyle. Wenn man dort richtig Gas gibt, dann wirkt sich das auf das ganze Leben positiv aus“, sagt er. Fotograf Oliver Reetz, der schon Stars wie Peter Maffay, Michael Michalsky oder Sky Dumont vor der Linse hatte, zeigte sich davon wenig beeindruckt. „Er sagte immer wieder ,jetzt spann die Muskeln noch mal richtig an’, dabei hatte ich schon alles richtig angespannt“, erzählt Sascha Grube lachend. Auch seine neue Hose, die er sich extra für das Fotoshooting gekauft hatte, fand bei den Profis keinen Anklang. Zu verspielt fand das Team die Jeans, Grube sollte nach ein paar Testbildern lieber wieder in Boxershorts posieren. Mit ein wenig Öl, brauner Farbe und Puder halfen die Stylistinnen ein wenig nach, um die Muskeln noch besser zum Ausdruck zu bringen. Eine Stunde lang stand jeder der Männer vor der Kamera, dann war alles im Kasten. „Das war schon eine tolle Atmosphäre, man hat sich so richtig wichtig gefühlt“, sagt Grube. Am Ende waren nicht nur die Jungs, sondern auch Oliver Reetz begeistert.

Nun kann Sascha Grube es kaum erwarten, bis der Kalender im September auf den Markt kommt. „Mit Glück komme ich sogar auf zwei Kalenderblätter, aber das entscheiden jetzt andere“, hofft der Fleischermeister. Wichtiger ist ihm ohnehin, dass er bei den Betrachtern gut ankommt. „Denn bald kann man für mich voten. Ich rühre schon ordentlich die Werbetrommel“, erzählt Sascha Grube. Wer von den sieben Männern am Ende die meisten Stimmen bekommt, darf im kommenden Jahr erneut zum Fotoshooting kommen und ziert dann sogar den Titel des Kalenders 2018.

Einen Unterstützer für sein Vorhaben hat Sascha Grube bereits. Florian Roß, der im Famila-Markt in Bad Segeberg arbeitet, will auf jeden Fall für seinen Kollegen abstimmen. „Er hat gute Chancen, er ist ein sympathischer Typ und sieht gut aus“, sagt der 22-Jährige. Und er muss es wissen: Der Neumünsteraner gewann im vergangenen Jahr mit über 4000 Stimmen die Abstimmung und ziert den Kalendertitel für das Jahr 2017. „Das Shooting hat irre viel Spaß gemacht. Und es war ein toller Beweis, dass das ganze Bodybuilding erfolgreich ist“, sagt er.

Vom Geheimtipp zum Kult-Kalender

4000 Exemplare des Metzger-Kalenders lässt die Privat-Fleischerei Reinert jährlich drucken. Die Nachfrage steigt stetig. Das Unternehmen will mit den ästhetischen schwarz-weiß Bildern Vorurteile gegenüber Metzgern abbauen.

Wer sich bewerben möchte, muss mindestens 18 Jahre alt und Metzger oder Fleischereifachverkäufer sein oder sich in der Ausbildung zu einem der beiden Berufe befinden.

Der Kalender wird ab September an Kunden der Fleischerei verschenkt. Er ist außerdem gegen Ende des Jahres auf der Internetseite www.reinert.de für 19,90 Euro erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf wird gespendet.

Maike Wegner

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