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Norddeutschland Land zahlt Gehälter zu spät
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18:52 24.10.2018
Das Land zahlt einigen hundert Tarifbeschäftigten ihr Geld zu spät aus. Grund: Probleme mit der neuen Software KoPers. Quelle: Fotolia
Kiel

Das Land hat schon wieder neuen Ärger mit seiner neuen Personal-Software KoPers. Derzeit bekommen viele Tarifbeschäftigte des Landes verspätet ihr Gehalt überwiesen, Zulagen würden teilweise erst mit bis zu drei Monaten Verspätung angewiesen.

Die Kosten haben sich nahezu vervierfacht

Das Land hatte die Einführung der Software 2009 gemeinsam mit Hamburg beschlossen. 2011 bekam die Firma „P&I“ den Zuschlag. 2014 sollte alles laufen. Stattdessen häuften sich die Probleme. Erst 2017 etwa wurde die Besoldung der Landesbeamten in das neue System überführt. Im Jahr 2022 sollen Personalmanagement und Bezahlung nun in einem System integriert vonstatten gehen. Die Kosten explodierten derweil von anfangs geschätzten 26,5 Millionen Euro fürs Land auf mittlerweile 70 Millionen Euro. Bis 2022 sollen weitere 47 Millionen Euro hinzukommen, macht zusammen 117 Millionen Euro, nahezu eine Vervierfachung.

Grünen-Finanzstaatssekretärin Silke Schneider verspricht, die Probleme bei der Personal- und Besoldungs-Software schnell anzugehen. Quelle: Lutz Roeßler

Die aktuellen Probleme gehe man mit Hochdruck an, versicherte Grünen-Finanzstaatssekretärin Silke Schneider am Mittwoch in Kiel. Die Informationen für die Bezahlung der Tarifbeschäftigten seien ungleich komplexer als die für die Beamten. Das System verarbeite sie bisher deutlich zu langsam. Zwischen 600 und 1000 Mitarbeitern hätten zuletzt verspätet ihr Geld bekommen. Betroffen seien vor allem Schulen und Hochschulen, in denen besonders viele Tarifbeschäftigte tätig seien. In Notfällen gebe es Abschlagszahlungen. Eine Hotline sei eingerichtet worden. Alleine im vergangenen Monat hätten sich dort 2800 Anrufer gemeldet.

KoPers muss über 100 000 Auszahlungen bewältigen

Insgesamt muss das System KoPers jetzt die monatlichen Auszahlungen an über 100 000 Mitarbeiter verarbeiten – an 23 000 Tarifbeschäftigte, 43 000 Beamte und 35 000 Pensionäre. 1800 Personalbearbeiter hätten Zugriff auf das System. Sie sollen ihre Personalmeldungen künftig ebenfalls direkt in das System eingeben können. Auch Bewerbungen sollen später über KoPers erfolgen. Die Regierung erhofft sich zudem eine bessere Personalplanung.

Einige Tarifbeschäftigte des Landes Schleswig-Holstein erhalten voraussichtlich noch bis ins Frühjahr hinein ihre Gehälter und Zulagen verspätet. Grund sei die Instabilität des im Juli auch für „Entgelt“-Abrechnungen neu eingeführten Softwaresystems „KoPers“, sagte Finanzstaatssekretärin Silke Schneider (Grüne) am Mittwoch in Kiel.

Wolfram Hammer

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