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Norddeutschland Das war knapp: „Aidanova“ passiert Nadelöhr Ems
Nachrichten Norddeutschland Das war knapp: „Aidanova“ passiert Nadelöhr Ems
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10:19 10.10.2018
Schaulustige beobachten, wie das Kreuzfahrtschiff "AIDAnova" während der Überführung auf der Ems von Schleppern durch das Ems-Sperrwerk Gandersum manövriert wird. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Papenburg/Rostock

Das neue KreuzfahrtschiffAidanova“ der Rostocker Reederei Aida hat am Dienstag ohne Probleme auf der schmalen Ems die Nordsee erreicht. Am Mittag passierte der 337 Meter lange und 42 Meter breite Neubau die letzte Engstelle bei Gandersum. In Emden wurde es gedreht, nachdem es zuvor wegen der besseren Manövrierbarkeit rückwärts gefahren war.

Aidanova“ braucht Langsamkeit

Die vier großen MaK-Motoren waren noch gedrosselt. Die von Caterpillar in Kiel und Rostock gebauten Maschinen dürfen ihre Leistung erst ab nächster Woche auf dem Meer entfesseln. Das größte bisher in Deutschland gebaut Schiff brauchte auf der engen Ems vor allem eines: Langsamkeit. Seit Sonntagmorgen war die Ems aufgestaut worden, damit der Wasserstand die Reise des Riesenschiffes ermöglicht. Mit einem Tiefgang von knapp unter acht Metern musste das Schiff diese erste große Hürde erst nehmen – im Schritt-Tempo.

Am Emssperrwerk verfolgten zahlreiche Schaulustige die Durchfahrt des Schiffes. Einige waren zuvor sogar mit ihren Wohnmobilen angereist, um als erste vor Ort zu sein. Ohne das Aufstauen wäre die Überführung nicht mehr möglich gewesen. Eine Bürgerinitiative (BI) namens „Rettet die Ems“ kritisiert diese Methode.

Schiffsüberführungen belasten die Ems

Die BI und zahlreiche Zuschauer, welche die Schiffsüberführung via einem Livestream verfolgten, beschwerten sich über die aufwendige Inszenierung und verwiesen auf Umweltschäden an der Ems. Naturschützer beklagen seit Jahren, dass der Fluss für Schiffsüberführungen mit Millionenaufwand ausgebaggert und aufgestaut wird. Diese Praktik soll den Sauerstoffmangel und die Verschlickung der Ems noch verschärfen.

Premiere: „Aidanova“ läuft mit Flüssiggas

Am Mittwochmorgen soll der Neubau vom niederländischen Eemshaven zu einer ersten Testfahrt in die Nordsee ablegen. Die „Aidanova“ gehört zu den größten in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffen. Es ist nach Werftangaben das erste Kreuzfahrtschiff, dass mit Flüssiggas betrieben wird.

Das erste vollständig mit Flüssiggas betriebene Kreuzfahrtschiff steht kurz vor der Fertigstellung. Die „AIDAnova“ wurde am Dienstagabend auf der Meyer Werft ausgedockt.

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RND/dpa

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