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Norddeutschland Dauerregen setzt den Norden unter Wasser
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22:36 11.02.2016
Rutschen unmöglich: Ein Garten in Kellinghusen (Kreis Steinburg) steht unter Wasser. Quelle: Rehder/dpa
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Lübeck

Der Dauerregen in den vergangenen Wochen macht den Menschen und der Vegetation im Norden zu schaffen. In den ersten zehn Februartagen wurden zum Beispiel an der Wetterstation in Schleswig 56,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen, sagt Meteorologin Alina Voß von der Wetterwelt in Kiel. Das sei schon jetzt 13 Prozent mehr, als dort sonst durchschnittlich im gesamten Monat falle. In Lübeck sind bislang 33 Liter pro Quadratmeter heruntergekommen. Damit sei „das Soll für den Februar“ mit knapp 40 Litern noch nicht ganz erreicht.

„Unsere Pumpen laufen auf Hochtouren.“

Matthias Reimers,

Geschäftsführer des

Marschenverbands

Ein Ende des Regenwetters ist nicht in Sicht. Morgen soll es zwar überwiegend trocken bleiben, bereits am Sonntag zieht laut Voß allerdings das nächste Tiefdruckgebiet nach Schleswig-Holstein und bringt kräftige Regenschauer mit. „Da können noch mal gut zehn Liter pro Quadratmeter herunterkommen“, sagt die Wetterexpertin. „Und so schnell wird der Regen dieses Mal nicht versickern, weil die Böden schon so nass sind und nichts mehr aufnehmen können.“

Das nervt auch die Tiefbaubranche. „Wenn Baustellen durch den Regen nass werden, erreichen die Böden nicht mehr die erforderliche Tragfähigkeit“, sagt Carsten Birkhahn, Fachgruppenleiter Straßen- und Tiefbau bei der Baugewerbe-Innung in Lübeck. Das sei etwa im Straßenbau ein Problem. „Dort müssen die Böden hohen Belastungsanforderungen für den Verkehr genügen. Deshalb muss nasses Material ausgetauscht werden.“

Generell sei die Baubranche im Februar aber auf ein solches Wetter eingestellt. „Wir fahren die Arbeit in dem Monat eh herunter“, sagt er. „Schlimmer wäre so viel Regen im März, wenn wir wieder richtig loslegen.“

Bauern sind von dem starken Niederschlag ebenfalls betroffen. Katastrophenmeldungen gab es bislang jedoch nicht, sagt Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Solange die Entwässerungsanlagen gut funktionierten, sei der Regen kein großes Problem, sagt Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck. Da die matschigen Böden nicht mit Maschinen befahren werden könnten, müssten aber Knickarbeiten verschoben werden. Auch das Ausbringen des Düngers auf den Feldern sei noch nicht möglich.

Viele Flusspegel im Land sind zurzeit weit höher als normal. „Durch den fortlaufenden Regen der letzten Monate laufen unsere Pumpen auf Hochtouren“, sagt der Geschäftsführer des Marschenverbands Schleswig-Holstein, Matthias Reimers. In Schleswig-Holstein sei die Bewältigung von Wassermassen schwierig, weil das Land sehr flach ist. Aus diesem Grund müssten viele Regionen künstlich entwässert werden, sagt er. Über ein dichtes Netz von Gräben fließe der Regen zu den Flüssen und weiter zum Meer.

Janina Dietrich

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