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Norddeutschland Debatte in den Bädern: Wann dürfen Hunde an den Strand?
Nachrichten Norddeutschland Debatte in den Bädern: Wann dürfen Hunde an den Strand?
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21:20 11.08.2016
Hundebesitzerin Elke Maskow mit ihrer Elaine. Quelle: Felix König

„Mit der Änderung geben wir den Kommunen mehr Freiheit zur Verlängerung der Saison. Wir sind damit Anregungen aus der kommunalen Familie, etwa der Gemeinde Grömitz, gefolgt“, so der fischereipolitische Sprecher der SPD Lars Winter.

Die mögliche Verlängerung der Zeit, in der Hunde und Pferde nicht an den Strand dürfen, solle insbesondere Familien mit kleinen Kindern mehr Flexibilität im Tourismusland Schleswig-Holstein bringen. Dass man in Grömitz einen entsprechenden Wunsch geäußert habe, sorgt allerdings für Überraschung bei Tourismus Chef Olaf Dose-Miekley. „Im Gegenteil. Wir haben gerade erst die Nutzung durch Hunde und Pferde vom 1. November auf den 1. Oktober vorverlegt. Dabei wird es wohl bleiben.“ Das Land lässt den Gemeinden die Möglichkeit, im Rahmen einer zugelassenen Sondernutzung von der Vorgabe abzuweichen. Wer davon Gebrauch machen will, muss die kommunale Satzung ändern.

Die Änderung des LNatSchG ist bereits im Juni in Kraft getreten. Weil aber viele Tourismusorte im Voraus damit geworben haben, dass der Strand ab Oktober für alle frei ist, hat der Kreis Ostholstein eine Sonderregelung für das laufende Jahr getroffen. „Es ist nicht notwendig, dass das Gesetz sofort umgesetzt wird. Wir können damit leben, dass in diesem Jahr alles beim Alten bleibt. 2017 müssen sich aber alle Gemeinden Gedanken machen“, sagt Annette Lamp vom Fachdienst Naturschutz.

In Timmendorfer Strand ist Bürgermeisterin Hatice Kara wenig begeistert von der Neuregelung. „Die Bestimmung geht entgegen dem allgemeinen Trend. Immer mehr Gäste kommen mit Hund und wollen auch den Strand nutzen. Gerade im Oktober kommen naturverbundene Gäste zu uns“, so Kara. Und auch in anderem Orten will man den Sinn der Regelung hinterfragen. „Wir werden ausführlich darüber diskutieren und gebenenfalls unsere Satzung ändern“, kündigt Kuno Brandt vom Ordnungsamt Heiligenhafen an.

Volker Owerien, Bürgermeister in Scharbeutz, bleibt gelassen: „Es ist letztendlich nur ein Monat der wegfällt und wir werden im Ausschuss darüber diskutieren“, sagt er, „aber wir haben genügend alternative Flächen. In Klingberg ist zum Beispiel der größte Hundeauslauf ganz Deutschlands.“ Er mutmaßt, dass das Thema auch intern umstritten ist. „Im Ausschuss wird es unterschiedliche Meinungen zu einer Sondernutzung geben, man wird abwarten müssen.“ Auch Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff will das Thema auf den Tisch bringen. „Wir werden schauen, was andere Gemeinden machen und dann eine Regelung finden“, sagt er.

Von Maike Wegner
 

Lesen Sie dazu auch: Die Hundebesitzer sind wenig begeistert.

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