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Norddeutschland Dem Bürgermeister geht es besser
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18:36 01.10.2016

Noch immer ist ungewiss, wer den brutalen und heimtückischen Überfall auf den Bürgermeister von Oersdorf (Kreis Segeberg) verübte. Bürgermeister Joachim Kebschull (61) war vor einer Sitzung des Bauausschusses mit einem Kantholz oder Knüppel von hinten niedergeschlagen worden.

Joachim Kebschull (61).

„Es gibt keine neuen Erkenntnisse“, hieß es gestern auf Nachfrage beim Kieler Landeskriminalamt. Auch das Motiv ist weiter unklar. Da der Bürgermeister und andere Gemeinderatsmitglieder zuvor entsprechende Drohungen erhielten, wird von einem fremdenfeindlichen Hintergrund ausgegangen.

„Vielleicht hat die Tat auch persönliche Gründe und das andere ist nur vorgeschoben“, mutmaßte gestern der zweite stellvertretende Bürgermeister des Ortes, Hans-Hermann Gravert (57). Er persönlich glaube an einen Einzeltäter, nicht an eine radikale Gruppe, die hinter dem Anschlag stehe.

Ein gemeindeeigenes Haus, das für Flüchtlinge hergerichtet werden soll, könnte das Motiv für den Überfall sein. Wegen Bombendrohungen fanden Sitzungen zu diesem Thema zuvor bereits unter Polizeischutz statt. Am Abend des Attentats sei jedoch der Umbau des Hauses schon nicht mehr auf der Tagesordnung gewesen, da es nicht benötigt werde, so Gravert. „Dass wir in dem Haus Flüchtlinge beherbergen wollen, ist vom Tisch.“ In Oersdorf seien bislang auch sonst keine Flüchtlinge untergebracht.

Der Bürgermeister, der nach der Tat bewusstlos in ein Krankenhaus kam, sei auf dem Weg der Besserung. „Wir denken, dass er Montag oder Dienstag entlassen wird“, meint Gravert. „Er hat eine leichte Gehirnerschütterung und Ohrensausen.“

Gravert erklärte, man werde sich von den Drohungen nicht einschüchtern lassen. Die Gemeindearbeit werde weitergehen. M. Stöcklin

LN

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