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Norddeutschland Der Fall Barschel als Krimi: Ein packender TV-Abend
Nachrichten Norddeutschland Der Fall Barschel als Krimi: Ein packender TV-Abend
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23:14 06.02.2016
Schauspieler Matthias Matschke (Mitte) in der Rolle von Uwe Barschel Quelle: ARD
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Kiel

Ein Kapitel schleswig-holsteinischer Zeitgeschichte, das in seinen Irrungen und Wirrungen für den Laien kaum durchschaubar erscheint, in einen Krimi zu pressen, einen Zweiteiler zudem, war ein Wagnis. Es ist über weite Strecken meisterhaft gelungen.

Wer vor dem Bildschirm die Augen schloss, der hörte Uwe Barschel reden: der schleswig-holsteinische Dialekt, die Intonation. Wer die Augen öffnete, sah Barschels Mimik und Gestik. Was Schauspieler Matthias Matschke in der Rolle von Uwe Barschel ablieferte, war verblüffend. Eine glänzende schauspielerische Leistung.

Gewieft auch der Schachzug von Riedhof, die bis heute widerstrebenden Theorien von Ermordung oder Suizid Barschels über zwei Hamburger Journalisten zu transportieren, die als Freunde starten, sich im Laufe ihrer Ermittlungen entzweien und schließlich als Feinde enden.

Bemerkenswert: Der Regisseur und Drehbuchautor fängt nie an, die Story fiktiv auszuspinnen. Er hält sich überwiegend streng an die Fakten. Etwa wenn es um seltsame Ermittlungspannen in der Schweiz geht, um das Gutachten des Toxikologen Hans Brandenberger oder den Lübecker Chefermittler Heinrich Wille, der seine Aufklärungsarbeit von vorgesetzter Stelle behindert sieht. Mögliche Verflechtungen von BND, CIA oder Mossad in den Fall hat sich der Autor nicht ausgedacht. Riedhof hat akribisch recherchiert. Einspielungen von realen TV-Bildern aus der Zeit der Kieler Affäre steigern die Authentizität. Realität und Fiktion verschmelzen.

Was bleibt abgesehen von einem spannenden Krimiabend? Die Botschaft des Films, dass der Fall Barschel neu recherchiert werden muss. Und: Als Bürger skeptisch zu sein gegenüber Staatsorganen,  selbst in einer Demokratie. Ein Krimi, der aufrüttelt - das hat man in den seichten Niederungen von Dschungel- und Big-Brother-Fernsehen nicht so oft!

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