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Norddeutschland Der Fernsehturm soll neu belebt werden
Nachrichten Norddeutschland Der Fernsehturm soll neu belebt werden
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21:10 30.04.2018
Der Fernsehturm soll neu belebt werden. Quelle: Malte Christians/dpa
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Hamburg

Hamburgs höchstes Wahrzeichen, im Volksmund „Tele-Michel“ genannt, musste wegen Asbestfunden und Sanierung geschlossen werden. Und blieb es bis heute. Zum 50. Geburtstag soll es am 4. Mai mehr Informationen über die Wiedereröffnung der Stahlbetonsäule geben, die am 11. Mai 1968 offiziell eingeweiht worden war. Der damalige Bauherr hatte die Anlage nach seinen Angaben zum 1. Mai fertiggestellt.

Seit November steht fest, dass die öffentlichen Bereiche des fast 280 Meter hohen Turms renoviert werden sollen. Die Aussichtsplattform und Gastronomie-Flächen sind in rund 130 Metern Höhe.

„Mit der Sanierung und Wiedereröffnung des Fernsehturms wird dieses beeindruckende Denkmal der Technik- und Architekturgeschichte endlich wieder seiner ursprünglichen Doppelfunktion als Fernmelde- und Aussichtsturm im Herzen der Stadt gerecht“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

Bund und Stadt wollen jeweils 18,5 Millionen Euro für die Sanierung bereitstellen. Weitere Kosten soll die Besitzerin Deutsche Funkturm GmbH übernehmen, die den unter Denkmalschutz stehenden Turm für mindestens 20 Jahre offen halten soll. Frühere Anläufe zum Wiederbetrieb waren gescheitert. Doch der Druck in der Öffentlichkeit blieb, wie in Berlin, Stuttgart oder München auch die hanseatische Skyline wieder in einer Umdrehung genießen zu können.

Eine Gedenktafel am Fuß des Turms bezeugt, nach wem er benannt ist: nach dem Hamburger Physiker Heinrich Hertz, der zu elektromagnetischen Wellen forschte und maßgeblich zur drahtlosen Funktechnik beitrug. Noch heute überträgt der Turm mithilfe seiner Antennen Rundfunk- und Fernsehprogramme. Seit Jahresanfang steht dort auch die Technik für den Mobilfunkstandard 5G.

Nach sechs Jahren Planung und Fertigstellung nach Entwürfen von Fritz Trautwein, Fritz Leonhardt und Rafael Behn ging der Turm 1968 in Betrieb. „Erdbeertorte eine Mark, Kaffee für 95 Pfennig – Kuchen und Kaffee satt“, so berichtet der NDR, seien bei der feierlichen Einweihung Attraktionen gewesen. Ebenso die Liftfahrt in luftige Höhen in etwa 25 Sekunden.

Dafür standen die Hamburger gerne an.

Fast 32 Millionen Mark flossen in den Stahlbetonbau, in die fernmeldetechnische Ausrüstung anfangs 25,5 Millionen Mark. Mit 279,2 Metern Höhe und einem Gewicht von 43 000 Tonnen war die Säule ein Hingucker. In den 1980er Jahren wurde sie mit weißer Schutzfarbe übertüncht, weil „die damalige Luftverschmutzung einen negativen Effekt auf die Bausubstanz hatte“,

hält die Stiftung „Fernsehturm – Hamburg Aufwärts“ fest. Sie setzt sich für die Wiederbelebung der Anlage ein und will, „dass sie nie wieder in finanzielle Schieflage kommt

“.

Bungee-Springer, die sich für 250 Mark in den 90er Jahren von der Panorama-Plattform in die Tiefe stürzten, erregten nicht allein Aufmerksamkeit. Ein millionenschweres Angebot einer kanadischen Seitensprung-Agentur für die Tower-Sanierung wies der Besitzer 2011 als unpassend zurück: Der „Recke“ hätte im Gegenzug mit einer rosa Leuchtreklame für das Internetportal werben sollen.

Handfester zeigten sich Vorfälle wie diese: Im Winter 2004/05 lösten sich Betonteile in 160 Meter Höhe, die von Höhenrettern sicherheitshalber entfernt wurden. Die Feuerwehr sammelte 2009 eine vom Wind heruntergefegte fünf Kilogramm schwere Antenne ein und die Polizei 2017 eine auf die Plattform abgestürzte Drohne.

Bei Windstärke zwölf schwenkt der Betonschaft des Turms etwa 1,40 Meter aus. Sein Schwerpunkt liegt im Fundament, das kegelförmig zehn Meter tief in der Erde steckt und in einem Betonring mit 41 Metern Durchmesser endet. Der Fernsehturm sei im Prinzip des Stehaufmännchens konzipiert worden, hieß es einst. Ein aussichtsreiches Wahrzeichen.

 Von Almut Kipp

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