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Der Geissenpeter aus Hamburg

Hamburg Der Geissenpeter aus Hamburg

Pilot? Fußballspieler? Polizist? Florian hat da andere Vorstellungen – Der Elfjährige aus Hamburg will lieber etwas mit Tieren machen, genauer gesagt mit Ziegen und Schafen – Schäfer zu sein, das wäre sein Traum.

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Florian posiert in Hamburg in einem Stall mit Ziegen. Der Elfjährige ist sich schon seit Jahren sicher, dass er später einmalmit Tieren arbeiten möchte.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg. Florian wäre die ideale Besetzung für den „Geissenpeter“ in einer „Heidi“-Verfilmung. Blond, Sommersprossen, Filzhut und vor allem, er weiß wovon er redet. Der Elfjährige ist sich schon seit Jahren sicher, dass er später mal als Schäfer arbeiten möchte. Ach, was heißt später? Schon jetzt verbringt der Junge aus Hamburg fast jeden Sonnabend mit den Heidschnucken und Ziegen in der Fischbeker Heide.

„Die Tiere verstehen

mich irgendwie, so wie

meine Katze. Die Schnucken kommen zu mir und wollen gekrault werden.

Und einige lassen sich nur von mir kraulen.“ Florian (11), Schaf-Fan

Aufruhr im Schafstall im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek. Die Heidschnucken werden geschoren, die Luft vibriert vor lauter Mähhh und aufgeregtem Blöken. „Henrik“ ist dagegen ganz gelassen.

„,Henrik‘ ist im März zwei geworden“, berichtet Florian und füttert den braunen Ziegenbock mit Möhren. Wie hat alles angefangen? „Als ich ganz klein war, hat mich mein Vater oft im Buggy zum Brötchenholen mitgenommen und dann sind wir immer beim Schafstall vorbeigekommen“, sagt Florian und grinst. „Ich bin dann mit den Schafen mitgegangen.“

Er habe ein besonderes Verhältnis zu Tieren, ist Florian überzeugt. „Die Tiere verstehen mich irgendwie, so wie meine Katze. Die Schnucken kommen zu mir und wollen gekrault werden. Und einige lassen sich nur von mir kraulen.“ Langweilig findet Florian die Arbeit mit den Tieren überhaupt nicht. „Ich finde es spannend, die Tiere zu beobachten.“

Noch geht Florian in die Sportklasse der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg, Schwerpunkt Leichtathletik. Lieber Sportler oder Schäfer? Der Junge zögert nicht: „Ich würde Schäfer wählen.“ Florians Eltern sind selbst etwas überrascht von der Leidenschaft ihres Sohnes. „Wir sind schon erstaunt, dass die Begeisterung so lange anhält“, sagt die Mutter Nicole. Florians Vater Bernd ist Daten-Informationstechniker – „Büro? Das möchte ich auf keinen Fall machen“, sagt Florian dazu bestimmt. Die Mutter ist Lehrerin. Aber beide Eltern kommen vom Dorf. „Uns ist wichtig, dass die Kinder die Natur kennen- und schätzen lernen“, sagt sie. „Und wenn die Freunde ins Freibad gehen, dann zieht sich Florian eben lange Hosen an und geht zu den Schafen.“

Vier Jahre ist Florian jetzt intensiv dabei, kennt die Heidschnucken, die Ziegen und auch das Geschäft. „Er hat schon viel erlebt, zum Beispiel dass ein Lämmchen unterwegs geboren wird, und dann hat er es vor der Brust nach Hause in den Stall getragen. Aber er hat auch verstanden, dass das ein Wirtschaftsunternehmen ist“, sagt die Mutter. Einerseits gibt Florian manchen Schnucken Namen.

Andererseits kennt er auch die andere Seite, ist dabei, wenn die Tiere ausgesucht werden, die zum Schlachter müssen. „Bei manchen tut mir das schon leid“, sagt Florian. „Aber was sollen die Schäfer denn sonst machen?“ Und Mutter Nicole ergänzt: „Das war beim ersten Mal schon hart. Aber dann hat er es geschafft.“

Florian will später auf eine Berufsfachschule gehen und eine Ausbildung zum Tierwirt mit der Fachrichtung Schäferei machen. „Ich kenne Florian, seit er zwei war“, erinnert sich die Schäferin Ute Pelka. „Er hat wirklich Lust dazu und auch ein Händchen für Tiere.“ Die Eltern wollen den Jungen auf keinen Fall in einen Büro-Job drängen. „Als kleiner Junge hat er sich mal zu Weihnachten gewünscht, das Rentier des Weihnachtsmannes zu streicheln“, erinnert sich Mutter Nicole. Diese Leidenschaft für Tiere habe sich fortgesetzt. „Er ist eben ein Naturbursche, durch und durch.“

Matthias Benirschke

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