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Norddeutschland Der Norden diskutiert über Hartz IV
Nachrichten Norddeutschland Der Norden diskutiert über Hartz IV
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23:05 13.03.2018
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Lübeck

„Bedenkt man die Kosten für den wöchentlichen Einkauf, die Busfahrkarte und sonstige Abgaben, so bleibt am Ende nichts übrig“, sagte Andy Pettkus. Er und sein Arbeitskollege Daniel Mattussat arbeiten als Logistiker in einem Lübecker Unternehmen und empfinden den aktuellen Satz von 416 Euro als zu niedrig. „500 Euro wären sinnvoll. Ansonsten kann man am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen und vereinsamt“, befürchtet Daniel Mattussat.

Bei einer Straßenumfrage sagte ein anderer Passant, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte: „Ich habe Bekannte, die sich damit abgefunden haben, von Hartz IV zu leben. Sie erhalten durch die Gelder keinerlei Anreize, wieder zurück ins Arbeitsleben zu finden. Das kann es doch nicht sein.“ Außerdem sei es schwer nachvollziehbar, wer eigentlich Hartz IV bekommt. Er befürchtet, dass diejenigen, die wirklich bedürftig sind, deswegen zu kurz kommen. Rima Hamburg findet die Höhe des Arbeitslosengeldes II ausreichend. Aber: „Bei Familien mit Kindern reicht es hinten und vorne nicht.

Anstatt über eine Erhöhung zu reden, sollten die Leistungen für Bedürftige ausgebaut werden.“

Auch auf der Facebook-Seite von LN-Online diskutierten die User angeregt über das Thema: „Hartz IV ist in meinen Augen Geld, das man geschenkt bekommt. Arbeitsfähige Hartz-IV-Empfänger sollten mit dem Geld vorübergehend auskommen und sich schnellstmöglich einen Job suchen“, sagte Uwe Buntrock. Er ist der Ansicht, dass es immer eine Arbeit gebe, wenn man es möchte.

„Das Geld reicht zum Überleben, aber nicht zum Leben“, sagt Daniel Landahl. Verhungern müsse man mit Hartz IV zwar nicht, aber vom gesellschaftlichen Leben sei man ausgeschlossen. Nicole Lehnhardt sieht das ähnlich und richtete sich direkt an den designierten Minister, Jens Spahn, der die Debatte ins Rollen gebracht hat: „Gebt diesem Herrn das, was ein Hartz-IV-Empfänger bekommt, und das über einen längeren Zeitraum. Mal sehen, was er dann sagt“, kommentierte sie.

Im Internet startete inzwischen eine Petition, die den künftigen Minister auffordert, selbst einen Monat von 416 Euro zu leben. Die Initiatorin, eine alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerin aus Karlsruhe, wirft Spahn Unkenntnis vor. Inzwischen haben rund 17000 Menschen die Petition auf Change.org unterschrieben.

fbo

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