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16:53 19.12.2017
Ein einziger Lichterglanz ist der Lübecker Weihnachtsmarkt mit dem Riesenrad. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die klassische Lichterkette mit einer Lampe alle zehn Zentimeter hat langsam ausgedient, erzählt Thore Weisner vom Bauhaus Lübeck-Moisling. „Bei der Beleuchtung möchten die Kunden Masse“, erklärt er, „mit bis zu 400 Lämpchen auf einer Kette“.

Dicht an dicht und verzweigt wie puschelige Tannengirlanden sind sie die neuen Verkaufsschlager. Kein ganz neuer Trend, aber ebenso beliebt sind dieses Jahr wieder Leuchtfiguren. Vereinzelt finden sich in den Baumarkt-Regalen noch Sterne und bunte Rentiere für Fensterbänke und Gärten. „Gerade die Kinder wünschen sich leuchtende Weihnachtsfiguren“, sagt Weisner.

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LED-Technik soll die Käufer dabei vor üppigen Stromrechnungen bewahren. Je nach Produkt verbrauchen sie nur etwa ein Zehntel im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen. Immerhin 71 Prozent der Deutschen gaben bei einer YouGov-Umfrage an, auf die sparsamen Leuchten zu setzen.

Doch nicht nur sie – Lübecks Tourismuschef Christian Martin Lukas erklärt, dass auch für die insgesamt 20000 Meter Lichterketten, die die Altstadt erleuchten, nur LEDs zum Einsatz kommen. „Wir setzen Lübeck durch zwei Stilelemente in Szene: die Beleuchtung der Bäume und die Überspannung der Straßen.“ Mit der Aktion „Lübeck leuchtet“ wirbt die Stadt für Unterstützung bei den größten Kostenfaktoren wie Wartung und Lagerung der Beleuchtung zwischen Januar und Dezember. „Hier ist wirklich jeder Euro willkommen, um unsere Stadt Jahr für Jahr zu illuminieren“, sagt Lukas. Die eigentlichen Stromkosten sind mit circa 2000 Euro dabei vergleichsweise niedrig.

Trotz all des Gefunkels im Advent: Auch Lars Hertrampf von den Stadtwerken Lübeck gibt Entwarnung. „Was die Stromabgaben betrifft, befinden wir uns gerade bei einer von zwei Jahresspitzen“, sagt er, „ aber das ist nicht der Weihnachtsbeleuchtung geschuldet.“ Verantwortlich ist schlicht die dunkle Jahreszeit.

Einen erhöhten Strombedarf pünktlich zur Adventszeit kann auch Manfred Priebsche von den Vereinigten Stadtwerken nicht erkennen. „Früher gab es ab dem 1. Dezember noch sichtbare Spitzen.“

Seit sich die LED-Beleuchtung durchgesetzt habe, verschwinde dieser Effekt aber zunehmend. Selbst aus ökologischer Sicht spricht wenig gegen die LED-Festbeleuchtung. Natürlich sei „jede Kilowattstunde Strom, die eingespart werden kann, gut“, sagt Carl-Heinz Christiansen vom BUND. Aber da solle man doch lieber bei der Straßenbeleuchtung oder Heizpilzen anfangen und den Menschen nicht die Freude an der Lichterkette nehmen. Dem weihnachtlichen Lichtermeer steht also nichts mehr im Wege – nur gefallen muss es.

Von Anna-Lena Niemann

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