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Der Norden startet in den Syrien-Einsatz

Jagel Der Norden startet in den Syrien-Einsatz

40 Soldaten aus Jagel bilden die Vorhut für die Bundeswehr-Mission gegen die Terror-Gruppe Islamischer Staat.

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Ein Tornado-Aufklärungsflugzeug hebt am Flughafen in Jagel in Richtung Türkei ab.

Quelle: Fotos: Carsten Rehder/dpa

Jagel. Um 11.18 Uhr ist es soweit. Zwei Tornado-Jets rollen in Jagel auf die Startbahn. Nach kurzem Check beschleunigen sie, heben ab und verschwinden in der tiefhängenden Wolkendecke. Im Cockpit der einen Maschine sitzt der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“. Oberst Michael Krah führt seine Soldaten selbst in die gefährlichste Mission der Geschichte des Luftwaffenverbandes.

Kurz zuvor hatte der 49-Jährige aus den Händen von Ministerpräsident Torsten Albig eine Landesflagge bekommen. Sie soll die Soldaten nicht nur an die Heimat erinnern, sie soll ihnen auch Glück bringen. Da im Tornado-Cockpit Platz rar ist, übergab Krah die Flagge vor dem Start an die Kameraden, die mit dem Transportflieger A400M nach Incirlik reisen. Der türkische Luftwaffenstützpunkt nahe der Provinzhauptstadt Adana ist die Drehscheibe für die US-Streitkräfte in der Region. Dort werden bis Mitte Januar auch sechs Tornados aus Jagel stationiert.

Die Vorbereitung für die Ausweitung der Militärschläge gegen die Terrormiliz IS in Syrien und dem Irak laufen auf Hochtouren. In der Türkei, auf Zypern und rund um die arabische Halbinseln werden Truppen und Gerät aufgestockt. Seit gestern Abend sind auch die ersten 40 Soldaten und die Tornados aus Deutschland in der Region. Ab Januar sollen die Maschinen erstmals in den Luftraum über Syrien eindringen und Luftbilder und Daten für die internationale Anti- Terror-Allianz beschaffen. Damit unterstützen die Flieger aus Jagel unter anderem die Flieger aus Kanada, die bereits 345 Aufklärungseinsätze gegen den IS geflogen haben.

„Der Einsatz ist nicht ohne Risiko“, sagte Generalleutnant Helmut Schütz, der Kommandierende General des Luftwaffentruppenkommandos, gestern. „Ich weiß, dass Sie Bedrohungen begegnen können. Ich weiß, dass Sie dafür auch gut vorbereitet sind. Vertrauen Sie auf Ihr Können“, sagte Schütz seinen Soldaten zum Abschied. Wie genau das Risiko aussieht, wollte allerdings niemand genauer beschreiben.

In der Region operieren auch Kampfjets der syrischen, iranischen und der russischen Streitkräfte. Bei früheren Einsätzen über Afghanistan oder dem Balkan waren die Jets aus Jagel dagegen meist im gesicherten Luftraum unterwegs. Die Sicherheitslage auf dem Stützpunkt gilt als gut. Anders sieht es im Einsatzgebiet aus. 100 Kilometer östlich der Basis beginnt der syrische Luftraum, ab Januar das Operationsgebiet für Oberst Krah und seine Crews.

Die Gefahren lauern nicht nur am Boden. Kampfjets aus der Türkei, Russland und Jordanien wurden bereits abgeschossen. Besonders dramatisch ist das Schicksal eines jordanischen Kampfpiloten, der im Dezember vorigen Jahres über der IS-Hochburg Rakka abstürzte. Der jordanische Pilot wurde nach seiner Gefangennahme von den Kämpfern der Terrormiliz bei lebendigem Leib verbrannt.

„Wir leisten unseren Beitrag", sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der zur Verabschiedung nach Jagel gekommen war, und erinnerte an die Anschläge durch Islamisten. Der Entschluss zur Entsendung von Soldaten sei in einer Demokratie nie leicht, gleichwohl sei es wichtig, einen Beitrag an der Seite Frankreichs zu leisten. „Ich weiß, Sie sind die Spezialisten für Luftaufklärung. Die Besten, die unsere Bundeswehr für diese Aufgabe hat. Schleswig-Holstein steht hinter Ihnen“, sagte Albig.

Frank Behling

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