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Norddeutschland Jetzt wird es stürmisch: Unwetterwarnung an der Nordsee
Nachrichten Norddeutschland Jetzt wird es stürmisch: Unwetterwarnung an der Nordsee
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15:30 21.09.2018
Ein Surfer ist bei Sturm auf der Nordsee vor St. Peter-Ording unterwegs. Quelle: Marks/dpa
Lübeck

Der erste Herbststurm der Saison hat den Norden am Freitag durchgeschüttelt. Bäume stürzten um, Züge und Fähren fielen aus. Größere Schäden hinterließ das Unwetter jedoch nicht. Im Süden Hamburgs stoppten Bäume auf den Gleisen die Fahrt des Metronom RE 5 nach Stade und Cuxhaven.

Im Wattenmeer fielen die Fährverbindung zu den nordfriesischen Inseln und Halligen am Vormittag aus, wie die Wyker Dampfschiffsreederei mitteilte. Auch Helgoland blieb vom Festland abgeschnitten. Der Halunder-Jet ab Hamburg sowie die Fähren der Reederei Cassen-Eils von Büsum, Bremerhaven und Cuxhaven fuhren nicht. Es fanden ebenfalls keine Fahrten zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk statt. Die Autozüge zwischen Sylt und dem Festland beförderten aus Sicherheitsgründen keine windanfälligen Fahrzeuge.

Lkw-Unfälle in Geesthacht und Hamburg

Auf der Elbbrücke bei Geesthacht wurde eine Smart-Fahrerin verletzt, als der Sturm einen entgegenkommenden Laster mit Anhänger herumwirbelte. Der Anhänger stürzte um. Die Frau versuchte nach Polizeiangaben noch auszuweichen, landete mit ihrem Kleinwagen aber in der Leitplanke und wurde dann von dem Anhänger getroffen. 

Eine Sturmböe hat im Hamburger Hafen einen Container auf einen vorbeifahrenden Lastwagen gedrückt. Der Fahrer wurde im Führerhaus eingeklemmt. Der starke Wind hatte am Freitagmittag auf dem Betriebsgelände einer Firma einen ganzen Containerstapel zum Einsturz gebracht, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang

“Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los.“ So dichtete Rainer Maria Rilke 1902. Und auch wenn der Donnerstag noch einmal sommerlich war, steht uns nun ein Wetterumschwung ins Haus. Ab dem Wochenende übernimmt der Herbst das Kommando im Norden. Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang am Wochenende kommt am Freitag der erste heftige Herbststurm

„Der Sommer nimmt schlagartig ein Ende“, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. „Die Temperaturen erreichen ein für die Jahreszeit eher übliches Niveau, und auch Niederschläge wird es verbreitet geben.“ Die Meteorologen sagen Sturmböen mit mehr als 75 Stundenkilometern voraus, an der Nordseeküste sogar schwere Sturmböen mit mehr als 90 Stundenkilometern.

Laut Deutschem Wetterdienst DWD zog am Freitag ein Orkantief von der Nordsee nach Skandinavien. Die dazugehörige Kaltfront brachte an der See schwere Sturmböen um 100 Stundenkilometer (Windstärke 10). Auf den Inseln komme es zudem zu einzelnen orkanartigen Böen der Windstärke 11 aus Südwest bis West, und im Binnenland zu Sturmböen der Windstärke 9. Am Abend und in der Nacht zum Samstag sollte es eine zögerliche, im Binnenland deutliche Windabnahme geben, sagten die Meteorologen.

Sturm und Kaltfront

"Aus Nordwesten kommt das Sturmtief Elena und das bringt eine Kaltfront, die es in sich hat", sagte Meteorologe Dominik Jung vom Portal Wetter.net. Die Temperaturen stürzen dann im Tagesverlauf in den Keller. Zudem entwickelt sich an der Kaltfront heftiger Wind. 

Sommer 2018

Lesen Sie hier, wie toll die LN-Leser die warmen Monate fanden.

In Flensburg wurde wegen des Sturms schon vorsorglich der Jahrmarkt abgesagt, auch in Husum wurde eine Laufveranstaltung mit Kindern gecancelt. Der erste Herbststurm der Saison in Niedersachsen hat einige Fährverbindungen durcheinander gepustet. Helgoland blieb am Freitag vom Festland abgeschnitten. Der Halunder-Jet ab Cuxhaven sowie die Fähren der Reederei Cassen-Eils von Büsum, Bremerhaven und Cuxhaven fuhren nicht, wie die Reedereien mitteilten. Es fanden auch keine Fahrten zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk statt.

An der Nordsee Warnung vor schweren Sturmböen

Auch der Katamaran zwischen Borkum und Emden verkehrte am Freitag nicht. Als Alternative wurde eine zusätzliche Verbindung mit der Fähre angeboten, sagte Corina Habben, Sprecherin der Reederei AG Ems. Auch am Samstag und am Montag sollte der Katamaran wegen des Wetters nicht eingesetzt werden. „Es kann passieren, dass die Reise für die Passagiere etwas länger als geplant dauert“, sagte Habben. Sie kämen aber auf jeden Fall von und auf die Insel. Die Fähre braucht doppelt so lange wie der Katamaran.

Bei den Fahrplänen von Langeoog, Spiekeroog, Juist und Norderney gab es am Freitag keine wetterbedingten Änderungen. Der Deutsche Wetterdienst warnte für Freitag vor schweren Sturmböen mit einzelnen orkanartigen Böen an der Nordsee.

Am Wochenende kommt der Herbst

In ganz Deutschland ist am Wochenende ist Schluss mit den hohen Temperaturen. Es folgt ein regelrechter Temperatursturz. In der Nacht zum Freitag hat der Wind deutlich aufgefrischt, im Bergland kommt es zu teils starken bis stürmischen Böen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte.

Der nächste größere Sturm steht laut Dominik Jung für Sonntagabend auf dem Plan. "Das wird ein ganz schön herbstliches Wochenende."

Sommer kommt nicht mehr zurück

Am Sonnabend sinken die Höchsttemperaturen auf Werte zwischen 15 und 20 Grad. Geht es nach Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes, kommt der Sommer in diesem Jahr auch nicht mehr zurück.

Gebietsweise drohen zum Wochenende auch starke Gewitter.

Helge von Schwartz/RND

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