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Norddeutschland Der Umbau läuft: Aus Sky wird Rewe
Nachrichten Norddeutschland Der Umbau läuft: Aus Sky wird Rewe
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18:10 11.08.2018
Ein früher Vorläufer der Sky- und Rewe-Märkte: Ein Konsum-Supermarkt an der Goebenstraße in Lübeck-Marli in den 1960er Jahren.
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Lübeck

Nach Ahrensbök folgen die Märkte in Malente und dann die Lübecker Standorte. Die Märkte in Bad Oldesloe, Stockelsdorf und Bad Segeberg würden im vierten Quartal 2018 umgebaut. „Genaue Termine können wir erst später nennen. Der Umbau der Ostholsteiner Märkte wird im 1. Quartal 2019 stattfinden und bis zum Beginn der Tourismus-Saison abgeschlossen sein“, erklärt Krajewski.

Kommende Woche geht es auch in der Region Lübeck los: Der Sky in Ahrensbök wird als erster von 29 Sky-Märkten umgebaut und eröffnet neu als Rewe. Martin Czoske und Thomas Krajewski, die beiden Geschäftsführer der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG, erläutern die Planung.

Insgesamt gehören in Schleswig-Holstein 106 Märkte zur Supermärkte Nord Vertriebs GmbH, davon 86 Sky und 16 Rewe sowie vier Großflächen unter dem Namen Sky-XXL und Sky-Center. Nimmt man Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern dazu, sind es zusammen 158 Märkte.

„Insgesamt werden bis 2019 weit über 100 Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung der Märkte investiert, mit den Großflächen bis zu 140 Millionen Euro“, erläutert Martin Czoske. Die genauen Kosten seien von Markt zu Markt unterschiedlich, aber im Schnitt seien es etwa eine Million Euro. „Wenn wir den Auftritt in jüngeren Märkten anpassen, kommen wir auch mit deutlich geringeren Beträgen aus, aber wenn die gesamte Kühlung modernisiert werden muss, kann ein Umbau auch 1,3 Millionen Euro kosten“, erklärt Czoske.

Bereits im August 2017 wurde damit begonnen, die Sortimente in den Märkten anzugleichen. Die Ja-Produkte, eine Eigenmarke von Rewe, gibt es schon seit Jahren in den Sky-Märkten. 2017 wurde dann damit begonnen, die Rewe- Marken „Beste Wahl“ und „Feine Welt“ zu integrieren. Krajewski: „Beim Umbau der Märkte wollen wir das Angebot an Obst und Gemüse sowie an Convenience-Produkten wie zum Beispiel frisch zubereitete Salate wesentlich erweitern und deutlich aufwerten. Die Fläche dafür wird grob gesagt verdoppelt. Neben der deutlichen Vergrößerung der Obst- und Gemüseabteilung wird es auch weiterhin kompetente Servicetheken mit den bekannten Mitarbeitern geben.“ Die Sky-Marke „Unser Norden“ bleibe unter dem Namen „Unser Norden/ Rewe regional“ erhalten „Wir haben aber das Sortiment begrenzen müssen. Es gab zum Beispiel einen Orangensaft von ,Unser Norden’. Mir fehlt die Fantasie, wo hier im Norden die Orangen-Plantagen sind“, sagt Krajewski. „Wir setzen die Grenzen enger und legen den Schwerpunkt auf klassische Produkte aus Schleswig-Holstein und den norddeutschen Bundesländern.“

Mehr Platz für Bio-Produkte

Es werde auch mehr Platz für Bio-Produkte geben. „Unsere Marktmanager kennen die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden am besten und wirken an der Sortimentszusammenstellung mit.“ Die großen Sky-Märkte wie zum Beispiel im Lübecker Herrenholz sind erst an der Reihe, wenn der Umbau der Supermärkte abgeschlossen ist. Czoske: „Sie bleiben erhalten, aber wir überlegen derzeit, wie wir die großen Märkte umbauen. Da haben wir einen erheblichen Investitionsstau, weil Coop vor dem Einstieg von Rewe nicht mehr genügend Mittel für Investitionen hatte“, erklärt der Geschäftsführer. „Das sind bei den XXL-Märkten gleich viel größere Beträge und wir müssen uns fragen, wie viel wir investieren wollen. Deshalb bauen wir jetzt erst einmal die Supermärkte um, das steht im Vordergrund, die XXL-Märkte sind tendenziell später dran.“ In Lübeck sei man gleich mit zwei großen Häusern in der Ziegelstraße und in der Kantstraße vertreten. Da sei dann besonders viel zu tun. „In der Kantstraße werden wir beispielsweise das Konzept deutlich verändern und mit weiteren Handelsakteuren die Attraktivität des Standortes deutlich erhöhen“, kündigt Czoske an. Befürchtungen, dass nahe beieinander liegende Filialen fusioniert werden – etwa in der Lübecker Innenstadt, wo Sky am Pferdemarkt nur einen Steinwurf entfernt von Rewe im Haerder-Center liegt – tritt die Geschäftsführung entgegen. „Nein, die sind ideal gelegen. In hoch verdichteten Räumen wie der Lübecker Innenstadt werden wir keinen Supermarkt schließen“, erklärt Thomas Krajewski.

Gute Planung notwendig

„Wenn wir Märkte im Zuge der Umbauwellen aufgeben, dann nur, weil sie sich wirtschaftlich zuvor schon nicht getragen haben und auch in Zukunft eine wirtschaftlich auskömmliche Betreibung nicht möglich ist“, ergänzt Czoske. Das habe man zum Beispiel im vergangenen Jahr bei Märkten in Brunsbüttel oder Büsum gemacht.

Damit die Märkte nicht lange geschlossen bleiben durch den Umbau, setzt die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH auf eine präzise Planung. „Wir haben drei Umbau-Teams, sie setzen sich aus Mitarbeitern der Märkte und aus Ladenlayoutern zusammen. Das sind Gruppen von acht bis zehn Mitarbeitern, die den Umbau im Detail vorbereiten, von den einzelnen Abteilungen bis zur Technik“, erklärt Thomas Krajewski.

Die Märkte würden 14 Tage vor dem Umbaubeginn schon vorbereitet. In der Schließungsphase, der heißen Phase, läuft dann alles wie in einem Uhrwerk. Die Märkte sollen höchstens 10 bis 12 Tage geschlossen bleiben. „Handwerker sind schwer zu bekommen, auch für uns ist das nicht immer einfach“, sagt Martin Czoske. „Da hilft uns sehr, dass wir mit vielen Handwerksbetrieben schon eine langjährige Zusammenarbeit haben.“

„Alle unsere Mitarbeiter bleiben“

Lübecker Nachrichten: Werden alle Mitarbeiter übernommen? Und werden diese zu gleichen Konditionen wie zuvor arbeiten?

Thomas Krajewski: Alle Mitarbeiter bleiben. Das tun wir auch offensiv in unseren Neueröffnungsflyern kund, nach dem Motto „Sky geht, Rewe kommt, wir bleiben.“ Dazu präsentiert sich der Markt jeweils mit einem Teamfoto. So bleibt das Kundenvertrauen in unsere Mitarbeiter erhalten. Es wird zu keinen Veränderungen kommen, die Tarifverträge gelten weiter. Wenn wir mehr Arbeit haben, werden wir zunächst versuchen, unseren Teilzeit-Mitarbeitern eine Vollzeitstelle anzubieten, aber auch neuen Mitarbeitern eine Chance geben.

LN: Ändert sich etwas für die Genossenschaftsmitglieder, die Rabatte und Dividende bekommen?

Martin Czoske: Die Genossenschaftsmitglieder erhalten weiterhin die Sofort-Rabatte in den Märkten. Über eine Dividende entscheidet nicht die Supermärkte Nord Vertriebs GmbH, das ist alleinige Sache der Coop eG.

LN: Wann ist Rewe genau bei der Coop eingestiegen – und was waren die Gründe?

Martin Czoske: Die Coop war in eine massive Schieflage geraten, deshalb ist Rewe eingestiegen. In der im September 2016 gegründeten Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG hat die Rewe Markt GmbH derzeit 55 Prozent, Coop 45 Prozent der Anteile. Letztlich wollen wir aber in Schleswig- Holstein unter der Marke Rewe noch bekannter und erfolgreicher werden. Mit der Anzahl der Supermärkte haben wir gegenüber dem Wettbewerb aufgeholt. Doch wir wollen auch in die Köpfe – und noch wichtiger in die Herzen unserer Kunden. Dafür engagieren wir uns auch sozial und nachhaltig im Norden. Zum Beispiel waren wir in diesem Jahr erstmals Premiumpartner der Kieler Woche, sponsern Sport- und Familienveranstaltungen wie zum Beispiel die „Hanse Sail“ in Rostock, die „Hafenfesttage Heiligenhafen“, den „Tag des Sports“ in Kiel oder auch den Lübecker Marathon. So möchten wir unsere Kunden überzeugen, dass wir auch unter der Marke Rewe der vertrauensvolle Händler von nebenan sind.

Sky gab es seit 1988

1963 wurde der erste Konsum-Markt in Kiel eröffnet, 1964 wurden die Konsum-Märkte in coop umbenannt. 1972 wurde der erste SK-Discount- Markt in Itzehoe eröffnet.

Im März 1988 wurde der erste Sky-Verbrauchermarkt in Elmshorn eröffnet, eine Weiterentwicklung der SK-Discount-Märkte. Der Name Sky hat sich dabei aus dem Namen SK-Discount entwickelt, um keinen zu starken Wechsel zu riskieren.

Christian Risch

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