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20:32 19.05.2018

„You Tube ist eine Plattform, die mir geholfen hat, mich der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt Michael Schulte aus Buxtehude. Die Karriere des deutschen Kandidaten beim Eurovision Song Contest (ESC) begann 2008. Mit einem billigen Mikrofon nahm er in seinem Zimmer Cover-Songs auf und lud sie bei YouTube hoch. „Da ich damals ein eher schüchterner Junge war, fiel es mir schwer, meine Musik anderen Menschen zu zeigen“, sagt der charismatische 28-Jährige.

You Tube kam ihm zu dieser Zeit sehr gelegen. Erst wenn er zufrieden mit einem Video war, lud er es auf der Plattform hoch. 2011 wurde Rea Garvey, Frontsänger der Band Reamonn, auf Michaels YouTube-Videos aufmerksam. Von da an ging es rasant bergauf. Erst kürzlich riss er Deutschland aus dem ESC-Trauma und belegte bei dem internationalen Song Contest in Lissabon den vierten Platz. Ein riesiger Erfolg für das junge Musiktalent, das sich selber als einen ruhigen, gelassenen und eher schüchternen Typen beschreibt. Seine Beziehung zu YouTube: „Es ist die Plattform für offizielle Musik. Und

die Plattform, um gehört zu werden. Wichtig ist, dass man sich selber treu bleibt und dass man macht, was einem Spaß macht.“

Und das sei das Wichtigste, sagt auch YouTuber, Webdesigner und Musiker Fynn Kliemann. „Man darf sich nicht verstellen“, sagt der 30-Jährige aus Zeven bei Bremen. Mit einer Handvoll Freunden und dem NDR im Rücken betreibt er unter anderem den Kliemannsland-Kanal, in dem er vom gemeinsamen Bauernhof berichtet. „Dort können wir uns kreativ austoben. Die Sachen, die wir bauen und vorstellen, begründen sich darauf, dass wir wissen wollen, wie gewisse Dinge funktionieren“, sagt Kliemann. Seit zwei Jahren betreiben die Freunde den Kanal, der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 44 Millionen Mal wurde die Seite aufgerufen, 322962 Abonnenten folgen ihnen regelmäßig.

Kreativ ist auch Bastian der Wohnprinz. 74069 Abonnenten folgen seinem Kanal, auf dem er Tipps zum Wohnen, Leben und Dekorieren gibt. „Ich nutze die Plattform, um meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Außerdem war die Plattform ein riesiges Sprungbrett für mich“, erzählt der 32-Jährige. Regelmäßig werde er als Wohnexperte für Fernsehsendungen gebucht, in denen er seine Leidenschaft fürs Dekorieren auslebte, sagt der geborene Lübecker.

Jonah Püschel kommt auch aus der Hansestadt. Mit gefilmten Fahrten auf seinem Longboard erlangte er Bekanntheit. Nun macht er sein eigenes Ding und das mit 177533 Abonnenten sehr erfolgreich. „Ich fertige Videos, mit denen sich andere identifizieren können“, sagt der 18-Jährige, der seit eineinhalb Jahren eine Disney-Sendung im Internet moderiert. Nachwuchstalenten rät er: „Man braucht viel Leidenschaft und viel Spaß am Produzieren. Dann folgen einem auch die Nutzer.“

Das Phänomen YouTube begann vor 13 Jahren in den USA, als Chad Hurley, Steve Chen und der in Deutschland aufgewachsene Jawed Karim die Plattform am 15. Februar 2005 gründeten. Inzwischen verzeichnet der weltgrößte Videoanbieter mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat. Jede Minute werden 300 Stunden Videomaterial hochgeladen.

Von Fabian Boerger

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