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Norddeutschland Der ewige Außenminister - Trauer um Hans-Dietrich Genscher
Nachrichten Norddeutschland Der ewige Außenminister - Trauer um Hans-Dietrich Genscher
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11:35 02.04.2016
Tiefe Trauer: Mit 89 Jahren stirbt Deutschlands dienstältester Außenminister. Quelle: dpa
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Berlin/Bonn

Einer der wichtigsten Architekten der deutschen Einheit, Hans-Dietrich Genscher, ist tot. Der FDP-Politiker starb nach Angaben seines Bonner Büros am Donnerstagabend an Herz-Kreislauf-Versagen im Kreise seiner Familie im rheinischen Wachtberg-Pech. Er wurde 89 Jahre alt.

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Hans-Dietrich Genscher: Eine politische Karriere in Bildern.

Genscher war 18 Jahre lang Außenminister (1974 bis 1992) und damit in diesem Amt dienstältester bundesdeutscher Politiker. 1989/90 war er maßgeblich an den Verhandlungen zur deutschen Einheit beteiligt und profilierte sich auch als treibende Kraft für die europäische Idee.

Genscher zählte in Deutschland viele Jahre zu den beliebtesten Spitzenpolitikern und zu den prägenden Persönlichkeiten der Liberalen, die er von 1974 bis 1985 auch als Parteichef führte. Immer wieder musste er jedoch mit Gesundheitsproblemen kämpfen. 1992 legte Genscher damals für viele überraschend 65-jährig seine Ämter nieder.

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1998 schied er nach 33 Jahren auch aus dem Bundestag aus. Wie wenige andere hat Genscher die Politik der „Bonner Republik“ geprägt nicht zuletzt mit einem spektakulären Koalitionswechsel von der SPD zur Union 1982.

Den wohl größten Triumph seiner 23-jährigen Regierungslaufbahn als Innen- und dann Außenminister erlebte der FDP-Politiker am 30. September 1989 in Prag: Als er den in die deutsche Botschaft geflüchteten DDR-Bürgern sagte, sie könnten in den Westen ausreisen, ging seine Ankündigung „Ich bin gekommen, um Ihnen mitzuteilen ...“ in beispiellosem Jubel unter.

Bundespräsident Joachim Gauck war einer der ersten, die den Verstorbenen als herausragende Persönlichkeit würdigten. „Mit seiner Verlässlichkeit und seinem diplomatischen Geschick hat Hans-Dietrich Genscher unserem Land in der Welt ein Gesicht gegeben und das Vertrauen bei unseren Partnern gestärkt“, betonte Gauck in einem Kondolenzschreiben.

Kanzlerin Angela Merkel erklärte in einer Mitteilung: „Ich verneige mich in Hochachtung vor der Lebensleistung dieses großen liberalen Patrioten und Europäers.

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