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Norddeutschland Detektivarbeit Diagnose – Wie Ärzte im Körper auf Spurensuche gehen
Nachrichten Norddeutschland Detektivarbeit Diagnose – Wie Ärzte im Körper auf Spurensuche gehen
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11:04 11.03.2019
Professor Dr. Gabriela Riemekasten, Dr. Sebastian Torben Jendrek, Professor Dr. Peter Lamprecht und Vera Cordes, Medizinjournalistin und Moderatorin des NDR Gesundheitsmagazins „Visite“ (v. l.) diskutieren über die verschiedenen Krankheitsbilder von Rheuma. Quelle: Josephine Andreoli
Lübeck

Krankheiten sind nicht immer leicht zu identifizieren. Vor allem dann nicht, wenn Ärzte nicht wissen, wonach genau sie suchen sollen. Widersprüchliche und scheinbar harmlose Symptome locken nicht selten auf die falsche Fährte und ziehen für so manchen Patienten eine Odyssee von Arztbesuchen nach sich. Doch mit der Unfähigkeit eines Arztes hätte das nicht unbedingt zu tun: „Unser Körper ist wahnsinnig kompliziert. Es gibt geschätzt 50 000 verschiedene Krankheiten auf der Welt, 8000 davon gehören zu den sogenannten seltenen Krankheiten – für einen Arzt ist es also quasi unmöglich, sie alle zu kennen“, eröffnet Moderatorin Vera Cordes, bekannt aus dem NDR Gesundheitsmagazin „Visite“, die Veranstaltung.

Halsschmerzen, Gesichtsschwellungen und Naselaufen? Nach Rheuma, und den damit gleichgesetzten Gelenkschmerzen, klingt das erst einmal nicht. Tatsächlich werden unter dem Begriff jedoch weit mehr als 450 verschiedene chronisch-entzündliche Systemerkrankungen verstanden, die sowohl innere Organe und Gefäße betreffen können, als auch das Bindegewebe oder den Bewegungsapparat generell. Viele dieser Krankheiten sind Autoimmunerkrankungen. Doch durch Aufmerksamkeit, verschiedene Tests und Untersuchungen konnten die Professorin Dr. Gabriela Riemekasten, Professor Dr. Peter Lamprecht und Dr. Sebastian Torben Jendrek aus der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie auch bei diesen scheinbar harmlosen Symptomen eine Diagnose stellen.

„Meine Nase lief einfach immer“, berichtet ein Betroffener, der als Gast in der Expertenrunde auftrat. Fünf, sechs Packungen Taschentücher hatte er am Tag verbraucht. Drei Nasenoperationen und etliche Arztbesuche später hatte sich sein Zustand eher verschlechtert als verbessert – denn plötzlich kamen Schwellungen und Xanthelasmen im Gesicht dazu, seine Atmung verschlechterte sich: Er konnte die Nächte nicht mehr durchschlafen, fühlte sich wie gerädert. Durch ein MRT und die Analyse der Zellen ergab sich schließlich ein Krankheitsbild: Erdheim-Chester-Krankheit – eine der sogenannten seltenen Krankheiten. „Das Schwierige an Autoimmunerkrankungen wie dieser ist, dass sie nicht nur selten sind, sondern jeder Patient ganz unterschiedliche Symptome und Verläufe aufweist“, erklärt Jendrek. So müssten Ärzte von Patient zu Patient auf andere Auffälligkeiten achten. „Doch je genauer wir hingucken, umso mehr Hinweise auf eine Krankheit finden wir auch“, ergänzt Riemekasten.

Im Anschluss an die Veranstaltung konnten die Besucher den Experten im Vieraugengespräch vertrauliche Fragen stellen.

Josephine Andreoli

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