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Norddeutschland Deutsche Seehäfen: „Wir könnten mehr erreichen“
Nachrichten Norddeutschland Deutsche Seehäfen: „Wir könnten mehr erreichen“
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20:45 14.11.2017
Die deutschen Häfen (im Bild der Hamburger) verloren Marktanteile an die Niederlande und Belgien. Quelle: Foto: Gambarini/dpa
Hamburg

Die deutschen Seehäfen könnten durch einen schnelleren Ausbau der Verkehrswege und ein besseres Planungs- und Umweltrecht einen Wachstumsschub bekommen. „Wir könnten mehr erreichen“, sagte Frank Dreeke, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), gestern in Hamburg. Der Schlüssel für mehr Wachstum liege vor allem bei Politik und Verwaltung, nachdem 2016 die vorgesehenen Finanzmittel für den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur deutlich hochgefahren wurden. „Nun muss das Geld auch ausgegeben werden können“, sagte Dreeke. „Die Mittel sind da, die Projekte sind da, es fehlen Planer und Ingenieure.“

Im ersten Halbjahr erreichten die Seehäfen ein Umschlagplus von 1,5 Prozent auf 150,9 Millionen Tonnen und erstmals seit 2014 werde am Ende des Jahres wieder ein Umschlag von mehr als 300 Millionen Tonnen stehen. Dennoch gingen Marktanteile an die Konkurrenz in den Niederlanden und Belgien verloren, sagte Dreeke, der im Hauptberuf die Bremer BLG Logistics Group leitet. Zu den Hemmnissen im Wettbewerb zähle auch, dass Importeure ihre fälligen Einfuhrsteuern in Deutschland sofort, in anderen Häfen aber erst später entrichten müssten, wie es von der EU auch vorgesehen sei.

Dabei gehe es um erhebliche Liquidität, die den Betrieben vorzeitig entzogen werde, was den anderen Häfen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschaffe.

Wirtschaftlich geht es den Betrieben in den gut 20 deutschen Seehäfen nicht schlecht, jedenfalls besser als den Reedereien. „Die Zahl der Arbeitsplätze in den Seehäfen hat sich nicht verändert und die Erträge sind gut bis auskömmlich“, sagte der Verbandspräsident. Die mittelfristige Perspektiven seien angesichts des erwarteten Wachstums des weltweiten Seeverkehrs und der aktuellen Konjunktur in Deutschland vorsichtig positiv zu bewerten.

Zur Verbesserung der Luftqualität in den Hafenstädten sollte die EEG-Umlage auf Landstrom gestrichen werden, forderte der Verband weiter. Der Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) in der Schifffahrt komme voran und werde ein LNG-Importterminal in Deutschland nach sich ziehen.

120 000 Schiffe pro Jahr

Der ZDS (Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe) vertritt 180 Seehafenbetriebe an 22 Standorten in den Küstenländern, das sind 95 Prozent aller Betriebe. Die bedeutendsten deutschen Häfen sind Hamburg und Bremerhaven, die zusammen 56,5 Prozent des Gesamtumschlags und fast den gesamten interkontinentalen Containerumschlag abwickeln. Die deutschen Seehäfen bedienen mehr als 120 000 Schiffe pro Jahr.

LN

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