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Norddeutschland Die Delfin-Freundin von der Kieler Förde
Nachrichten Norddeutschland Die Delfin-Freundin von der Kieler Förde
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20:31 05.04.2016
Delfine sind Judiths Leidenschaft: Jeden Tag hält sie nach den Großen Tümmlern Ausschau. Das Stofftier hat sie seit ihrer Jugend. Quelle: Frank Peter

Seit gut drei Wochen sind die beiden Großen Tümmler in der Kieler Förde unterwegs. Egal wo sie auftauchen, sorgen die beiden für Faszination und Begeisterung. Von Anfang an von den Delfinen verzückt ist auch Judith. Die 31-Jährige aus Kiel-Friedrichsort steht jeden Tag am Ufer und versucht einen Blick auf die beiden zu werfen — bisher immer mit Erfolg.

Judith schaut durch ihr Fernglas. Die Kapuze in die Stirn gezogen, den Reißverschluss ihrer Jacke bis zum Kinn geschlossen, blickt sie angestrengt auf das Meer. Der Wind weht eisig am Leuchtturm in Friedrichsort. Judiths Hände sind rot von der Kälte. Aber die 31-Jährige stört das nicht. Sie weiß, weshalb sie hier steht. „Seitdem die Delfine da sind, stelle ich mich mindestens einmal am Tag irgendwo ans Ufer und suche sie“, erzählt sie. Das braucht sie für ihr Wohlbefinden. „Das ist etwas ganz Besonderes, dass diese Tiere hier bei uns sind. Das möchte ich nutzen, wer weiß, wie lange sie noch bleiben.“

Seit ihrer Kindheit ist Judith fasziniert von den Meeressäugern. Vor etwa 15 Jahren hatte sie eine besonders extreme Phase, erzählt sie. „Da war mein ganzes Zimmer mit Delfin-Postern tapeziert.“ Auch eine Delfin-Patenschaft für ein Tier in den Gewässern vor Peru hat sie übernommen. „Ich wollte so meinen Beitrag zum Schutz der Tiere leisten“, erzählt Judith voller Begeisterung.

Da war es zu erwarten, dass diese Leidenschaft wieder entfacht, wenn sich zwei Delfine plötzlich direkt vor ihrer Haustür tummeln. „Jedes Mal, wenn ich mich ans Ufer stelle, sehe ich die beiden“, erzählt sie. Selbst wenn sie nur eine Viertelstunde Zeit hat, findet sie sie. Obwohl Judith nicht mal ein besonders gutes Fernglas hat, wie sie betont. „Ich weiß auch nicht, woran das liegt.

Vielleicht weiß ich einfach, wo ich gucken muss. Und Glück ist wahrscheinlich auch dabei.“ Während Judith spricht, nimmt die 31-Jährige das Fernglas kaum von den Augen, zu groß ist ihre Sorge, die beiden Delfine zu verpassen. Da taucht plötzlich eine Rückenflosse in der Ferne auf, mitten im Sperrgebiet der „Magnetischen Messstelle“. Von jetzt an weiß Judith, wo sie gucken muss.

„Sie springen gerne in die Bugwellen der Schiffe, besonders der Fähren und der großen Containerschiffe“, erzählt sie. Und richtig, als die SFK-Fähre aus Friedrichsort am Sperrgebiet in der Kieler Förde entlangfährt, tauchen immer wieder am Bug Rücken- und Schwanzflossen der beiden Großen Tümmler auf. Judith ist glücklich und legt das Fernglas gar nicht mehr aus der Hand.

Von A. Steinmetz

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