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Norddeutschland Die Feuerwehr als Tierretter
Nachrichten Norddeutschland Die Feuerwehr als Tierretter
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09:25 25.02.2016
Quelle: Fotos: Kayer, Burmester, Ebner, Nimtz, Leimig, Ln-Archiv
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Lübeck

Sie haben es mit Wasserwerfern, Seilen und Leitern versucht — doch ohne Erfolg. Die Freiwillige Feuerwehr in Glinde (Kreis Stormarn) musste diese Woche einen Kormoran aus einer Birke befreien. Das Tier hatte sich in 15 Meter Höhe in einer Schnur verfangen, Spaziergänger alarmierten die Feuerwehr. Schließlich fällten die Einsatzkräfte mit Zustimmung der Stadt den Baum. Neun Feuerwehrleute waren beteiligt, drei Stunden dauerte die Rettung — dann war der Kormoran frei.

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Hund vor Feuer gerettet: In Reinbek geriet im Dezember 2015 ein Adventskranz in Brand. Die Feuerwehr holte einen Hund aus der verqualmten Wohnung.

Immer wieder werden die Feuerwehren in Schleswig-Holstein zu solchen oder ähnlichen Einsätzen gerufen. „Das Retten von Menschen und Tieren aus Notlagen ist im Brandschutzgesetz vorgeschrieben“, sagt Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbands. Eine Statistik darüber, wie viele Tierrettungen es pro Jahr gebe, werde aber nicht geführt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Glinde sind es etwa fünf pro Jahr, schätzt Sprecher Tom Reher. Mal müsse ein entflohener Papagei eingefangen werden, mal eine Ente von einer Angelschnur befreit und zum Tierarzt gebracht werden. „Natürlich sind wir auch zum Retten von Tieren da“, sagt Reher. „Die Frage ist aber, ob jeder Einsatz wirklich nötig ist.“ Die Feuerwehr werde häufig als „Mädchen für alles“ angesehen. Es sei schwierig, einen Hilferuf abzulehnen, selbst wenn er eigentlich überflüssig sei. Schließlich gehe es auch um das gute Image der Feuerwehr. Für die Kameraden seien solche Einsätze aber ärgerlich, denn sie müssen dafür oftmals extra von der Arbeit weg. „Und sie fehlen eh schon häufig, denn wir haben rund 250 Einsätze pro Jahr“, sagt Reher.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Bad Schwartau/Rensefeld muss drei bis fünf Tiere pro Jahr retten. „Die klassische Katze auf dem Baum kommt sehr selten vor“, sagt der stellvertretende Gemeindewehrführer Lars Wellmann. „Manchmal lächeln wir über solche Einsätze und sagen: ,Was für ein Quatsch‘“, berichtet er. „Aber wir machen es trotzdem mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie sonst auch.“

jd

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