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Norddeutschland Die Gäste im Norden wollen vor allem Meer
Nachrichten Norddeutschland Die Gäste im Norden wollen vor allem Meer
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23:15 09.09.2013
Nichts lockt so sehr in den Norden wie das Meer — das ist auch ein Manko fürs Marketing. Quelle: Foto: Dirk Silz

Zwei grandiose Sommermonate und einen seltenen Urlauberansturm zur Hochsaison hat die schleswig-holsteinische Tourismusbranche soeben erlebt. Doch eine schwarze Null in der Übernachtungsbilanz ist damit noch nicht erreicht. Zu katastrophal fiel die Vorsaison aus. Da tat es gut, dass die Branche gestern auf dem Marktforschungstag in Kiel überwiegend Lob von Wissenschaftlern erntete.

96,5 Prozent der Urlauber in Schleswig-Holstein bewerten ihren Urlaub als gut oder sehr gut. „Das bedeutet eine hohe Loyalität“, sagte Herbert Lechner, Referent der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), über eine repräsentative Auswertung von 8660 Reisen. 86,1 Prozent der Gäste kommen gern wieder. Im Bundesschnitt sagen das nur 79,6 Prozent der Befragten. 95,3 Prozent empfehlen Freunden und Bekannten einen Aufenthalt im nördlichsten Bundesland. Die Ostseeküste erreicht sogar einen Topwert von 96,5 Prozent. Fragt man Bundesbürger, was ihnen spontan zum Thema Urlaub einfällt, wird die Ostsee am zweithäufigsten genannt (nach Berlin). Die Nordsee rangiert auf Platz vier. „Ostsee und Nordsee sind superstarke Marken“, erklärte Bernd Eisenstein von der Fachhochschule Westküste.

Bekanntheitsgrad in Sympathie zu transferieren fällt Schleswig-Holstein dabei leichter als dem Wettbewerber als Mecklenburg-Vorpommern.

Die größte Stärke des nördlichsten Bundeslandes ist zugleich eine Schwäche. Mit 54,2 Prozent verbindet eine absolute Mehrheit der Urlauber mit Schleswig-Holstein einen Urlaub am Meer — eine klar erkennbare Marke. Danach kommt lange nichts. Der boomende Markt des Gesundheitstourismus spielt eine untergeordnete Rolle. Nur 6,7 Prozent der Gäste geben an, dass sie deshalb Schleswig-Holstein als Ziel ausgesucht haben. Das ist ein Wert deutlich unter Bundesschnitt. „Schleswig-Holsteins Tourismus steht zu sehr auf einem Bein“, sagte Tash-Chef Christian Schmidt am Rande der Veranstaltung. „Wir haben zu wenig Geschäfts- und Städtetourismus, noch zu wenige Gäste aus dem Ausland.“

Erneut thematisiert wurde die Beschränkung des Marketings auf drei Zielgruppen. Eisenstein („Unsere Urlauber wollen vor allem Radfahren“) plädierte für eine gesunde Verknüpfung von Zielgruppen- und Themenmarketing. „Ein Entweder-oder ist falsch.“

Überraschte Gesichter gab es bei der Aussage, dass sich in Schleswig-Holstein 61 Prozent der Übernachtungen im „grauen Markt“ abspielen und damit nicht in der Beherbungsstatistik auftauchen. Mit dem „grauen Markt“ sind private Ferienwohnungen und Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Betten gemeint. Statt offiziell gezählter 25 Millionen Gäste-Übernachtungen sei eine Zahl von 58,6 Millionen realistisch. Tash-Chef Schmidt geht von über 70 Millionen aus. Curd Tönnemann

LN

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