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Norddeutschland „Die Häfen kommen nur gemeinsam voran“
Nachrichten Norddeutschland „Die Häfen kommen nur gemeinsam voran“
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00:00 23.10.2012
Lübeck

Eine gute Nachricht für Lübeck hatte Ministerpräsident Torten Albig (SPD) im Gepäck, als er gestern zum Schleswig-Holsteinischen Hafentag in die Media Docks kam – der Zuwendungsbescheid ist da! Das Land fördert den Ausbau von Anleger 7 am Skandinavienkai mit 5,5 Millionen Euro. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) bedankte sich postwendend bei seinem Parteifreund: „Zuwendungsbescheid ist mein Lieblingswort“, sagte er und hatte die Lacher auf seiner Seite. Für insgesamt 13 Millionen Euro wird Anleger 7 jetzt für die Doppelstock-Abfertigung ausgebaut. „Damit stellen wir uns auf moderne, größere Schiffstypen ein“, sagte Nico Wollboldt von der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) am Rande des Hafentages. Heute ist Baubeginn, in einem Jahr sollen die ersten Schiffe am neuen Anleger festmachen können.

Doch es gab noch anderes zu feiern: Zum ersten Mal hatten sich 250 Vertreter aller Häfen des Landes getroffen, um über Potenziale und Probleme der Hafenwirtschaft zu diskutieren. „Die Umschlagszahlen beweisen die Wichtigkeit der schleswig-holsteinischen Häfen: Mit insgesamt 50 Millionen Tonnen Ladung, über 15 Millionen Passagieren und rund 50 000 Arbeitsplätzen leisten sie einen hohen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung des Landes“, sagte Frank Schnabel, Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen. „Diesen Status wollen wir nicht nur sichern, sondern ausbauen. Wir haben klare Wachstumsvisionen vor Augen. Gemeinsam mit Wirtschaft und Politik wollen wir die Zukunft der Häfen zielgerichtet gestalten“, sagte Schnabel. Der Ministerpräsident erklärte, er wolle den Stellenwert der Häfen stärker hervorheben. „Unsere Zukunft im Land wird sich auch daran entscheiden, was wir aus unserem maritimen Potenzial machen“, sagte Albig. Neben dem Lübecker Hafen könne auch Brunsbüttel mit Fördermitteln für den Ausbau als Offshore- Hafen rechnen. Im November stelle die Landesregierung ihr Hafenentwicklungskonzept vor. Anfang April 2013 sei Kiel der Ausrichter der nationalen Maritimen Konferenz, wo die Häfen sich mit ihren Stärken präsentieren können.

Hanns Heinrich Conzen, Geschäftsführer der TT Line, schilderte, welche Probleme auf Reedereien und Häfen durch die neue Schwefelobergrenzen ab 2015 zukommen. „Wir arbeiten an technischen Lösungen, aber wir brauchen Zeit und Unterstützung dafür.“ Björn Pistol von der Hamburger Beratungsfirma Uniconsult referierte über die Zukunftschancen der unterschiedlichen Häfen. Für die Standorte an der Westküste bedeute vor allem die Offshore-Windtechnik eine große Chance, für Kiel der Kreuzfahrttourismus. Lübecks Chancen als größter Ostseehafen im Ausbau des Frachtverkehrs mit Nord- und Osteuropa, aber auch in der Zuliefer-Funktion für die Offshore-Technologie. Pistol sprach sich dafür aus, dass die Landesregierung einen „maritimen Koordinator“ einstellen soll. „Die Häfen brauchen ein Gesicht, eine Person, die zwischen Politik und Wirtschaft vermittelt“, erklärte er.

Einig waren sich alle darin, dass diese Premiere längst überfällig war. Geplant ist, diesem ersten viele weitere Hafentage folgen zu lassen. „Es geht nur gemeinsam voran“, sagte Frank Schnabel.

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