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Nachrichten Norddeutschland Die Kieler sind im Flipper-Fieber
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21:22 13.09.2016
In dieser Aufnahme vom Sonntag schwimmt der Delfin mit Badenden im Eingang zum Alten Schleusenkanal in Holtenau und zeigt überhaupt keine Berührungsängste. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht verbreitet, dass ein Delfin gerade die Kieler Förde besucht. Gefühlt ist seit Montag ganz Kiel auf den Beinen, um zumindest einen Blick auf den verspielten Großen Tümmler zu werfen. Doch nicht alle hatten Glück. Der Meeressäuger zeigte sich nicht wie am Wochenende vor den Seebadeanstalten in Holtenau und Düsternbrook, sondern im Nord-Ostsee-Kanal. Dort sorgte er bei zahlreichen Zaungästen für Glücksgefühle.

„Es ist ein richtig großes Tier“, sagt Elke Willrodt. „Kein Vergleich mit den zwei Delfinen, die ich mal in Friedrichsort gesehen habe.“ Mit dem Rad hat sich die 57-Jährige bewusst auf die Suche nach dem Delfin gemacht. Vor der Holtenauer Fähre wurde sie dann fündig. „Eigentlich wollte ich mich nur übersetzen lassen, um die Seebadeanstalten abzuklappern“, erzählt sie. Seit eineinhalb Stunden steht sie nun schon an der Anlegestelle in Holtenau und lässt ihren Blick übers Wasser schweifen. „Er scheint gerade in Jagdlaune zu sein. Er ist immer lange weg und viel unter Wasser.“ Neben ihr hält die elfjährige Marie-Sophie ihren pinkfarbenen Fahrradhelm fest umklammert und wartet. Erst vor zehn Minuten ist sie angekommen. „Ich will ihn unbedingt sehen“, sagt sie.

Etwa alle sechs Minuten kommt Kapitän Mathias Hoffmann (56) mit der Fähre „Adler 1“ vorbei. Schon etlichen Fernsehteams, Radioreportern und Journalisten musste der Mann mit den meerblauen Augen Rede und Antwort stehen. Seit Mittag begleitet ihn der Delfin bei fast jeder Tour. „Er wird wohl von den Geräuschen angelockt. Aber wenn ein größeres Schiff kommt, schwimmt er da erst einmal hinterher“, sagt er. Bei dem derzeitigen Wetter sind rund um die Uhr alle Plätze an Bord besetzt. 49 Personen und 24 Fahrräder passen auf die Fähre, die mit fünf Knoten kostenlos zwischen Holtenau und dem Stadtteil Wik pendelt. Nun staunen alle Gäste über den zutraulichen Meeressäuger. „Am Sonntag war der Delfin ja auch schon hier. Ist aber am Abend mit dem Tanker ,Themse’

wieder aus der Schleuse in die Förde gekommen. Es ist schon etwas Besonderes, so einen Delfin direkt vor der Nase zu haben“, sagt Hoffmann.

Einen Steinwurf entfernt steht Rüdiger Bock (64) auf dem Torbunker IV hoch über den Schleusentoren und hält seine Kamera bereit. Der Historiker und Schriftführer vom Maritimen Viertel ist begeistert. „Ich lebe fast mein ganzes Leben in Holtenau. Aber so etwas hab' ich noch nicht erlebt.“ Allerdings macht er sich auch ein wenig Sorgen. „In unsere Schleusen passt von der Länge her der Eiffelturm, aber wenn so’n 10000-Tonnen- Containerschiff drin ist und der Delfin auch, könnte das Tier schnell ins Schraubenwasser geraten“, sagt er.

In allen Meeren zu Hause

Gattung: Delfine gehören zu den Zahnwalen und sind Säugetiere. Es gibt 40 verschiedene Arten. Sie bilden damit die größte Familie der Wale. Delfine sind in allen Meeren beheimatet.

Verhalten: Mit Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde sind Delfine unterwegs. Sie können bis zu 300 Meter tief und 15 Minuten lang tauchen. Gerne nähern sie sich Schiffen, um auf deren Wellen zu reiten. Die sozialen Tiere haben eine enorme emotionale Intelligenz. Delfine verständigen sich mit Klicklauten, Pfeifen oder Schnattern, auch durch Körperkontakt.

Kristiane Backheuer

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