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Norddeutschland Die Küste boomt: 935 neue Arbeitsplätze geplant
Nachrichten Norddeutschland Die Küste boomt: 935 neue Arbeitsplätze geplant
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08:45 31.12.2017
230 neue Betten für Heiligenhafen: Das Beach Motel wurde im April offiziell eröffnet.  Quelle: Archiv
Kiel

Eigene Anstrengungen, eine erfolgreiche Strategie und Sicherheitsprobleme in klassischen Urlaubsländern – dieser Dreiklang lässt den Tourismus in Schleswig-Holstein boomen. Damit die Erfolgsstory weitergeht, investiert die Branche mit Hilfe des Landes kräftig weiter in die Infrastruktur. Ein dreistelliges Millionen-Volumen ist auch für 2018 absehbar, geht aus Angaben des Tourismus-Ministeriums hervor.

Sollten alle 18 bis Dezember vorliegenden Anträge auf einzelbetriebliche Förderung für Neubauten und Erweiterungen von Hotels bewilligt werden, wären damit ein Gesamtinvestitionsvolumen von 176 Millionen Euro und 935 sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze verbunden. Dazu kommen 21 Anträge für Modernisierungsvorhaben mit einem Investitionsvolumen von 9,8 Millionen Euro und 155 Arbeitsplätzen.

Zu den öffentlichen Vorhaben mit geplantem Baubeginn im neuen Jahr gehören der Um- und Ausbau der Yachthafenpromenade von Burgtiefe auf Fehmarn (Investitionsvolumen: 10,4 Millionen Euro) sowie des Seebrückenvorplatzes und der Promenade in Großenbrode (5,2 Millionen), Umbau und Erweiterung des Gäste- und Veranstaltungszentrums in Büsum (8,5 Millionen) und ein Mehrzweckgebäude am Ordinger Strand in St. Peter-Ording.

Die Investitionen in moderne Hotels, Wellness-Angebote und weitere Freizeiteinrichtungen machen sich bezahlt, denn der Norden lockt immer mehr Gäste an. Selbst ein mieser Sommer wie der vergangene verhindert keine Rekordzahlen. Zu diesen trägt eine bessere Auslastung in der Nebensaison bei.

Auch wenn die Jahresstatistik noch nicht vorliegt: Aller Voraussicht nach zählten die größeren Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erstmals mehr als 29 Millionen Übernachtungen. Schon die mehr als 28 Millionen des Vorjahres waren ein neuer Spitzenwert. Bis Ende Oktober wurden 2017 gut 27,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Vor einigen Jahren hatte das Tourismusministerium für 2025 als Zielmarke 30 Millionen ausgegeben. Das dürfte weit früher erreicht werden.

Mit der Bemerkung „Supersituation, hervorragendes Jahr, Grund zum Feiern heute, aber nicht zum Ausruhen“, beschrieb Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) beim Tourismustag vor wenigen Wochen die Situation. „Wir sind derzeit dabei, unser Förderinstrumentarium zu optimieren und noch besser an die tatsächlichen Bedarfe anzupassen“, sagt Buchholz im Blick nach vorn. Weitere Reserven sieht Buchholz im Binnenland, beim Fahrradtourismus, in der Digitalisierung und bei der Barrierefreiheit.

Das größte Problem der Branche, darauf haben die norddeutschen Industrie- und Handelskammern gerade erst wieder hingewiesen, ist der seit Jahren zunehmend beklagte Fachkräftemangel. Ein perfektes Rezept dagegen hat noch niemand. Werden hier keine Lösungen gefunden, könnte manche öffentlich geförderte Investition auch wieder verpuffen.

Wolfgang Schmidt

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