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Norddeutschland Die Spur der Wölfe: Es werden immer mehr
Nachrichten Norddeutschland Die Spur der Wölfe: Es werden immer mehr
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21:53 07.11.2017
Dieser Wolf tappte im Jahr 2015 in eine Fotofalle im Segeberger Forst. Ob dieses Tier sich noch im Norden aufhält, ist unklar. Quelle: Foto: Wolfsbetreuer.de/dpa
Lübeck

Immer mehr Wölfe ziehen durch Schleswig-Holstein – und nicht alle sind begeistert darüber. „Wir freuen uns nicht über den Wolf“, bekennt Janine Bruser, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenzüchter. Es werde immer schlimmer: In Niedersachsen würden zahlreiche Schafe von Wölfen gerissen. Gehetzte Tiere, die überleben, müssten oft eingeschläfert werden.

„Vor fünf Jahren gab es in Niedersachsen so viele Wölfe wie bei uns heute“, sagt Marcus Börner vom Landesjagdverband. Der Wolf verbreite sich „sehr schnell“. Es sei nur ein Frage der Zeit, bis auch in Schleswig-Holstein das erste Rudel sesshaft werde.

„Es kann jedes Jahr so weit sein“, bestätigt Wolfsexperte Lucas Ende vom Nabu-Bundesverband in Berlin. „Es gibt Gebiete, die für den Wolf geeignet sind.“ Vor allem Waldgebiete seien willkommene Rückzugsorte. Dies gelte auch für den Norden. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass es Tiere geben wird, die sich im Territorium etablieren und Rudel gründen.“ Besonders wahrscheinlich wäre das im Gebiet des Kreises Herzogtum Lauenburg. Dieser nämlich liegt am nächsten an den Wolfs-Territorien in Mecklenburg. Die meisten Tiere, die durch den Norden streifen, kommen von dort.

Irgendwann, so der Landesjagdverband, müsse eingegriffen werden. „Ich bin der Auffassung, dass der Wolf nicht in unsere durchweg zersiedelte Landschaft gehört“, sagt Ernst Pnischak, Leiter des Lehrreviers Moorgarten der Kreisjägerschaft Lübeck. Dort wurden die beiden vom Wolf gerissenen Rehe gefunden. Berufsjäger, so seine Vorstellung, könnten „kontrolliert in die Bestände eingreifen“.

Noch aber stehen die Wölfe europaweit unter Artenschutz. Dafür haben Nutztierhalter einen Anspruch auf Entschädigung, wenn Tiere getötet oder verletzt werden.

In Schleswig-Holstein sei es so, dass von Wolfsrissen betroffene Tierhalter die Möglichkeit hätten, sich die entstandenen finanziellen Verluste durch das Land ersetzen zu lassen, informiert Martin Schmidt, Sprecher des Umwelt-Landesamtes. Zudem könnten durch Wölfe bedrohte Flächen für einige Wochen durch sogenannte Notfallpakete des Landes zusätzlich abgesichert werden. Dabei handele es sich um spezielle mobile Elektrozäune mit ausreichender Stromstärke, die vom Ministerium kostenfrei zur Verfügung gestellt würden. Im Kreis Herzogtum Lauenburg, der am häufigsten betroffen ist, könnten bis zu 80 Prozent der Kosten für wolfssichere Dauer-Einzäunungen vom Land übernommen werden.

Von Marcus Stöcklin

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