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Die Stadt, aus der die Sprotten kommen

Eckernförde Die Stadt, aus der die Sprotten kommen

Räuchereibetriebe machten Eckernförde bekannt – Zentrum liegt zwischen Strand und Hafen.

Eckernförde. Selten liegen Stadt und Strand so nah beisammen wie in Eckernförde. Über vier Kilometer erstreckt sich der weiße Sandstreifen entlang der Eckernförder Bucht. Er führt fast bis zum Stadthafen – mitten ins Herz der mehr als 700 Jahre alten Stadt. Sie bietet neben ihren engen Gassen und restaurierten Fischerhäuschen auch eine gute Gelegenheit zum Bummeln.

11 Uhr: Museum Eckernförde. Das kleine Museum, das im alten Rathaus untergebracht ist, lädt zu einer Zeitreise in das frühere Eckernförde ein. Man erfährt, dass Kieler Sprotten eigentlich aus Eckernförde kommen. „Um 1900 herum gab es hier 30 Fischräuchereien“, erklärt Doris Boße, ehrenamtliche Mitarbeiterin. So kam die Räucherfischspezialität Kieler Sprotte nur zu ihrem Namen, weil sie im 19. Jahrhundert bei der Verfrachtung den Stempel des Kieler Bahnhofs erhielt. Weil die kleinen silbernen Fische durch den Räuchervorgang eine goldene Farbe bekommen, hieß es:

„In Eckernför, dor hebbt se't rut, ut Sülver Gold to maken“ (In Eckernförde haben sie's raus, aus Silber Gold zu machen). Dieser Spruch ist noch heute an einem Haus im Kattsund zu lesen, wo früher viele Fischer wohnten.

12 Uhr: Rathausmarkt. Er ist kultureller Mittelpunkt der Stadt. Mittwochs und sonnabends bauen die Marktbeschicker hier ihre Stände auf. Rund um den Platz sind neben dem Alten Rathaus auch viele Geschäftshäuser erhalten geblieben. So strahlt das hübsch verzierte Gebäude der Eckernförder Zeitung in hellem Gelb, an der nächsten Ecke lädt das traditionsreiche Kaffeehaus Heldt zur Einkehr ein. „Hier kann man heel gemütli sien, bi Koken, Kaffee, Beer und Wien“ steht an der Fassade.

12.30 Uhr: Binnenhafen. Durch die schmale St.-Nicolai-Straße mit ihren kleinen Geschäften geht es gemütlich Richtung Binnenhafen, wo man Traditionsschiffe bestaunen und Fischbrötchen essen kann. Ein großer, in den 30er Jahren errichteter Rundspeicher, in dem noch bis Ende des vergangenen Jahrhunderts Getreide gelagert wurde, ist noch erhalten und erinnert an die Zeit der Handelsschiffe. In der Speicherpassage findet man heute Geschäfte. Über die hölzerne Klappbrücke gelangen wir nach Borby. Sie entstand nach der großen Sturmflut von 1872, um die zerstörte Verbindung beider Stadtteile wiederherzustellen.

13 Uhr: Borbyer Kirche. Nach einem knapp fünfminütigen Fußmarsch den Petersberg hinauf – mit herrlichem Weitblick über die Eckernförder Bucht – erreicht man die Borbyer Kirche.

„Sie entstand zwischen 1150 und 1180 in dem ehemaligen Fischer- und Bauerndorf Borby unter dänischer Herrschaft“, erklärt Kirchenwächter Klaus Kühl. Der 77-Jährige weiß – wie auch seine Frau Inge – eine ganze Menge über das Gotteshaus, das über der Stadt thront. So stammt das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert. Es ist aus gotländischem Kalkstein geschlagen und erzählt die Geburt Christi – von König Herodes bis zu den Heiligen Drei Königen sind alle auf der imposanten Schale versammelt, berichtet Kühl und leuchtet die Figuren mit der Taschenlampe an. „Die Kirche ist gut besucht“, sagt er.

Fast 6000 Gemeindeglieder würden gezählt.

14 Uhr: Bonbonkocherei. Zurück in der Innenstadt lohnt sich ein Abstecher in die Bonbonkocherei von Hermann Hinrichs in der Frau-Clara-Straße. Bis zu 15 Mal pro Tag werden leckere Bonbons gekocht – immer mit launigen Erläuterungen für die Besucher. „Wir brauchen nur drei Zutaten: Kristallzucker, Wasser und Glukose“, erklärt Antonio Rohde den kleinen und großen Zuschauern. Die Masse wird 30 bis 40 Minuten auf über 150 Grad erhitzt, so dass das Wasser verdampft. Am Ende rollen ganze Bonbonketten aus der Walze. Da gibt es süße Goldnüsse, Muscheln, kleine Fischchen, Herzen, Zitronenscheiben und andere Früchte. Heute bietet Kai Rehder Schwarze-Johannisbeer-Bonbons zum Probieren an. „Wir stellen mehr als 140 Bonbonsorten her“, sagt Chefin Heike Herbst, die selbst an der Kasse steht. Denn natürlich kann man die Bonbons auch kaufen. „Das ist schon ein Anziehungspunkt in der Region“, sagt die Chefin. Gleich nebenan kann man die Herstellung von Schokolade erleben.

15 Uhr: Ostsee Info-Center. Seesternen kommt man im Ostsee-Info- Center ganz nah. „Bei uns kann man das Leben in und an der Ostsee erleben“, sagt Hannah Sliwka, die stellvertretende Leiterin der Einrichtung. In einem Aquarium dürfen Seesterne angefasst und Plattfische gestreichelt werden. Auch Miesmuscheln und Strandkrabben sind in dem Fühlbecken zu Hause. Die dreijährige Jette ist ganz fasziniert von einem 15 Zentimeter großen Seestern. „An seiner Unterseite hat er kleine Saugnäpfe“, erklärt Sliwka. Sogar in die Ostsee hineinhören ist möglich: Ein Hydrofon, das am Meeresboden steht, überträgt die Geräusche aus dem Wasser direkt in den Kopfhörer. Zu bestaunen gibt es zudem eine Schweinswal-Ausstellung.

16 Uhr: Kurpark/Strandpromenade.

Der Kurpark Eckernförde verläuft parallel zur Strandpromenade und bietet einen schönen Blick auf die Förde und den Hauptstrand. Die Nachbildung einer Galionsfigur einer dänischen Fregatte erinnert an das „Gefecht von Eckernförde“. Im April 1849 besiegten schleswig-holsteinische Landbatterien in der Eckernförder Bucht ein dänisches Geschwader. Der Sieg galt als Sensation.

Julia Paulat

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