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Norddeutschland Die neue Brücke über die A 7 nur für Tiere
Nachrichten Norddeutschland Die neue Brücke über die A 7 nur für Tiere
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17:11 19.03.2016
Nicola Brockmüller von der Stiftung Naturschutz zeigt eine Karte mit dem Grünbrückennetz in Norddeutschland. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Großenaspe

Nur wenige Meter entfernt von der Raststätte Brokenlande bei Großenaspe sollen in Zukunft Hirsche, Haselmäuse und Frösche die Autobahn 7 überqueren. Dort entsteht zurzeit eine Grünbrücke, eine zweite Querung für Tiere ist bei Bad Bramstedt im Bau. „Es wächst wieder zusammen, was zusammengehört“, sagte Björn Schulz, Projektleiter von der Stiftung Naturschutz.

Straßen wie die bald sechsspurige A 7 sind für Tiere ein unüberwindbares Hindernis. Sie zerschneiden ihre Lebensräume und begrenzen ihre natürlichen Wanderwege. Das kann dazu führen, dass Tiere sich nicht durchmischen. Eine genetische Verarmung droht. Die beiden neuen Querungshilfen sollen nun mit der bestehenden Grünbrücke Kiebitzholm an der A 21 vernetzt werden, um das Wegenetz für Tiere im Land auszubauen. „Das große Ziel ist es, einen durchgängigen Verbund von Lebensräumen in Schleswig-Holstein hinzubekommen“, so Schulz.

63 Meter breit und 45 Meter lang soll die Grünbrücke bei Brokenlande werden, noch ragt der Rohbau erst über die Hälfte der Fahrbahn. Dass eine Brücke deutlich breiter als lang ist, sei ungewöhnlich, sagte Christian Merl von der Baugesellschaft Via Solutions Nord. Anders als Menschen wählten Tiere aber eben nicht immer einen gradlinigen Weg. „Auch die Stärke der Decke ist deutlich größer als bei normalen Brücken.“ Das hänge mit der Belastung zusammen, denn auf die 1,2 Meter dicke Betonplatte wird später 70 Zentimeter Erde aufgeschüttet, die bepflanzt wird. Im Sommer 2017 soll die Querung fertig sein, knapp fünf Millionen Euro kostet der Bau.

Rechts und links von der Brücke wird eine Irritations-Schutzwand hochgezogen, damit die Tiere nicht von Autolichtern geblendet werden. Außerdem wird entlang der A 7 ein Wildschutzzaun errichtet.

So sollen die Tiere abseits der Querungshilfen, zu denen außer Brücken auch Wildunterführungen und Tunnel gehören, keine Möglichkeit haben, auf die Fahrbahn zu laufen. Torsten Conradt vom Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr sagte, die Querungen dienten daher nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch dem der Autofahrer, da sich so die Zahl von Wildunfällen auf den Straßen reduziere. „Was wir hier in Schleswig-Holstein sehen, ist geradezu vorbildlich“, lobte Marita Böttcher vom Bundesamt für Naturschutz.

Von Anne Holbach

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