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Die neue Nummer eins der CDU

Neumünster Die neue Nummer eins der CDU

Trotz aller Debatten im Vorfeld setzt sich Ingbert Liebing durch. Die Union kürte ihn zum Spitzenmann für die Landtagswahl.

Neumünster. Ingbert Liebing soll die CDU als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 7. Mai 2017 führen. 237 von 258 Delegierten wählten den 53-Jährigen gestern auf einem Parteitag in den Neumünsteraner Holstenhallen auf Platz eins der Landesliste. Das sind 91,8 Prozent.

 

LN-Bild

Der Landesvorsitzende Ingbert Liebing freut sich über den Applaus nach seiner Wahl.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Liebings Kandidatur war im Vorfeld nicht unumstritten. Vor allem in der Fraktion hätten viele lieber auf Fraktionschef Daniel Günther als Albig-Herausforderer gesetzt. In einer Forsa-Umfrage für die LN hatte Günther immerhin 18 Prozent Zustimmung bekommen, Liebing gerade mal neun. Er gilt als wenig profiliert und farblos.

In seiner Bewerbungsrede gestern erinnerte Liebing zunächst einmal daran, wie er zur CDU kam: an der Hand seines Vaters auf einer Veranstaltung mit Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg in eben jenen Holstenhallen. Gestern war auf dem Parteitag dort seine 87-jährige Mutter mit dabei, der er wortreich dankte. Den Wählern versprach er, sich ihre Sorgen anhören und ihre Probleme erkennen zu wollen.

Da höre er jetzt schon viel, die Klagen von Polizisten zum Beispiel, dass sie Einbrecher wieder laufen lassen müssten, oder Bauern, die sich über bürokratische Knickerlasse von Grünen-Umweltminister Robert Habeck ärgern. Ins Visier nahm Liebing immer wieder SPD-Fraktions- und Landeschef Ralf Stegner, den er für eine vermeintlich verfehlte Politik im Land verantwortlich machte. Die SPD- Grünen-SSW-Regierung habe kein Ziel, sei lethargisch. Zukunftsprojekte lägen brach, der Weiterbau der A 20 bei Bad Segeberg zum Beispiel. Was Liebing nicht sagte: Den Weiterbau stoppte das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Planungen von Ex- CDU-Verkehrsministers Jost de Jager. Erneut sprach Liebing auch von „steigender Kriminalität“ – die allerdings sinkt im Land ausweislich der amtlichen Kriminalitätsstatistik der Polizei seit Jahren.

Wie auch immer: In Schleswig- Holstein bewege sich nichts, „das werde ich ändern“, erklärte Liebing. Er wolle der Politik eine neue Ernsthaftigkeit verleihen. Er wolle dazu nachprüfbare Ziele setzen – welche, dass werde erst noch erarbeitet. Immerhin schon mal so viel: Es soll eine Unterrichtsgarantie geben, mehr Polizisten, neue Hochschulgebäude, bis 2022 sollen alle Autobahnen fertig geplant sein. Sein Ziel für 2017: „Wir wollen mit Abstand stärkste Partei werden.“ In einer Forsa-Umfrage lag die CDU zuletzt mit nur noch 28 Prozent mit der SPD gleichauf.

Auf Platz zwei der Landesliste wählten die Delegierten Daniel Günther. Er bekam 79,9 Prozent. Lübeck ist mit Anette Röttger erst auf Platz neun der Liste vertreten. Auf Platz acht direkt vor ihr kandidiert der Kieler und Junge-Union-Landeschef Tobias Loose. Die Lübecker Dagmar Hildebrand und Ulrich Krause sind auf den Plätzen 21 und 35 vergleichsweise aussichtslos platziert. Schwach vertreten sind auf der Liste der CDU wie bislang die Frauen. Katja Rathje- Hoffmann, Chefin der Frauen-Union, kandidiert erst auf Platz drei. Auf den ersten zehn Listenplätzen der CDU finden sich insgesamt nur drei Frauen, unter den ersten 20 gerademal sechs. Tobias Loose ist zudem der einzige unter 40-Jährige im vorderen Teil der Liste.

Bundesprominenz war nicht zum Parteitag gekommen. Nur eine Delegation der ÖVP der österreichischen Steiermark hielt ein Grußwort. Sie hat mit der Nord- CDU tatsächlich Gemeinsamkeiten – zum Beispiel, dass sie bei der Landtagswahl auch auf 28 Prozent kam.

Zwischen Sylt und Berlin

Ingbert Liebing (53) ist verheiratet, hat zwei Töchter, lebt seit 1996 auf Sylt. Geboren am 11. Mai 1963 in Flensburg, 1982 Abitur in Neumünster, Wehrdienst. 1990 schloss er ein Studium der Literaturwissenschaft, Politologie und Orientalistik an der Uni Kiel ab, wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Fraktion im Kieler Landtag, dann Büroleiter des Fraktionschefs. 1996 wurde er zum hauptamtlichen Bürgermeister von Sylt-Ost gewählt. 2005 zog Liebing für die CDU (Mitglied seit 1979) in den Bundestag ein. Seit 2014 ist er auch Landesvorsitzender der Nord-CDU.

Wolfram Hammer

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