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Norddeutschland Diebe klauen im Norden vor allem Luxusautos
Nachrichten Norddeutschland Diebe klauen im Norden vor allem Luxusautos
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07:16 03.11.2018
Ein Dieb bricht ein Auto auf. Quelle: IMO/Symbolfoto
Lübeck

Insgesamt wurden laut GDV 2017 in Schleswig-Holstein 605 Autos gestohlen. Das sind 6,12 Prozent weniger als im Vorjahr. Bundesweit belegt das Land Platz neun in der Statistik. Es liegt damit deutlich hinter Hamburg (Platz zwei) und Mecklenburg-Vorpommern (Platz sechs).

Der Schaden pro Diebstahl lag im Schnitt bei 18 683 Euro, das ist etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (18 502 Euro).

VW T 5 sehr beliebt

Das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel führt in seiner Statistik 2017 sogar 693 gestohlene Autos. 166 davon verschwanden im Kreis Stormarn, in Ostholstein waren es dagegen nur 18. „Am meisten wurde der T 5 des Herstellers VW entwendet“, informiert LKA-Sprecher Uwe Keller. Bei BMW, Mercedes, Audi und Porsche seien SUV die gefragteste Beute, etwa der Cayenne. Auch dieses Jahr: Der Zeitwert der verschwundenen Porsches lag zwischen 40 000 und 130 000 Euro.

Darüber hinaus wurden über Tausende Autoteile wie Airbags, Bordcomputer und Dachgepäckträger aus Fahrzeugen geklaut. Der Schaden geht in die Millionen Euro, hat der Branchenverband ermittelt.

Schwerer Auto-Diebstahl 2017 – Fälle nach Kreisen:

Segeberg 58

Lübeck 81

Kiel 67

Rendsburg-Eckernförde 51

Stormarn 166

Steinburg 15

Ostholstein 18

Flensburg 11

Hzgt. Lauenburg 109

Pinneberg 56

Neumünster 14

Plön 15

Schleswig-Flensburg 10

Dithmarschen 15

Nordfriesland 7

(Quelle: LKA)

Es gehe auch hier vor allem um die Ausstattung von Luxusautos, bestätigt Lutz Oppermann, Inhaber und Geschäftsführer des Lübecker Wachunternehmens Hanseatischer Schutz- und Wachdienst (HSW). Die Beute seien in erster Linie teure Ersatzteile und Software, Sound- und Navigationssysteme. Nach wie vor seien osteuropäische Banden, etwa aus Albanien, im Land aktiv, die gezielt in Autohäuser einbrächen und mit Profi-Werkzeug, wie es etwa auch die Feuerwehr besitze, die Wagen knacke. Nach einer Einbruchwelle in Lübeck zu Beginn des Jahres hätten viele Autohäuser aufgerüstet und in besseren Schutz investiert, was zu weniger Einbrüchen geführt habe. „Auf dem Land, zum Beispiel in Bad Oldesloe, ist die Lage aber unverändert.“ Riskanter sei es dort auch deshalb, weil die Polizei nicht so präsent sei und nicht so schnell vor Ort sein könne.

Funkschlösser sind riskant

Nobelkarossen seien auch deshalb oft leicht zu stehlen, weil sie mit sogenannten Keyless-Go-Schlosssystemen ausgestattet sein, informiert der ADAC. Bei diesen Systemen genügt es, den Schlüssel bei sich zu haben. Das Auto erkennt ihn und entriegelt von selbst. „Die dazu nötigen Funksignale kann man scannen“, sagt Oppermann. Wer hochwertige Autos auf diese Weise stehle, dem gelinge es auch, das GPS-Signal zu unterdrücken, sodass der Wagen trotz Satellitenortung nicht mehr auffindbar sei.

Nur die wenigsten Keyless-Go-Systeme würden den Code alle paar Sekunden wechseln, was sicherer sei. Oppermann empfiehlt, im Zweifel auf altbewährte Schlüssel zurückzugreifen. Das LKA rät, bei Nutzung von Keyless-Go-Systemen der Fahrzeugschlüssel nicht direkt an der Eingangstür zu deponieren – oder ihn zur Aufbewahrung in eine verschlossene Metallbox zu legen.

Aufklärungsquote bei 13 Prozent

Die Aufklärungsquote lag 2017 im Land bei knapp 13 Prozent. Keller: „In einigen Fällen konnten die entwendeten Fahrzeuge auf der Überbringungsroute nach Polen auf der A 24 sichergestellt werden.“ Im Juni 2018 sei beispielsweise ein Porsche Cayenne S, Baujahr 2016 im Wert von 80 000 Euro in Grömitz gestohlen worden, so Keller. „Als der Geschädigte den Diebstahl feststellte, konnte er über die App „Porsche-Car-Connect“ sein Fahrzeug in Mecklenburg-Vorpommern orten.“ Die Polizei stoppte den Wagen on MV und nahm die polnischen Täter fest. Auch ein 42-Jähriger aus Polen, der im Frühjahr Autos mit Keyless-Go-System im Wert von einer Million Euro entwendet hatte, wurde geschnappt, teilt die Lübecker Polizei mit.

Marcus Stöcklin

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