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Norddeutschland Digitalhelden: Wer kommt aufs Treppchen?
Nachrichten Norddeutschland Digitalhelden: Wer kommt aufs Treppchen?
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19:14 21.10.2017
Lübeck

Die Digitalisierung macht es möglich: Als Andreas Wittke die Nachricht bekommt, dass er das Voting anführt, ist er gerade auf einem anderen Kontinent und wartet auf sein Flugzeug. „Ich bin in Südafrika und kann trotzdem so arbeiten wie zu Hause. Wenn das nicht faszinierend ist, was dann?“ Wittke (gestern lag er bei 209 Stimmen) ist Ingenieur und Leiter des Bereichs Systementwicklung an der Fachhochschule Lübeck. Besonders am Herzen liegt ihm die Massive Open Online Plattform „mooin“ der Hochschule – eine offene Lernplattform, durch die „wir schon knapp 50000 Menschen kostenfreie Bildung geschenkt haben“, sagt Wittke. Jeder könne dort Kurse belegen und kostenfrei anbieten. Seine Begeisterung für die Digitalisierung begründet Wittke so: „Mit den Möglichkeiten des Internets ist der Zugriff auf alle Bildungsressourcen der Welt möglich, und wir können sogar durch Museen wandern oder auf Gipfel steigen. Ich finde das unglaublich.“

Endspurt bei der Suche nach den Digitalhelden der LN. Noch bis Mittwoch kann abgestimmt werden. Das Rennen um die Plätze auf dem Treppchen ist knapp. Vier Nominierte haben sich vorne abgesetzt, doch die Reihenfolge ihrer Platzierung wackelt mit jeder neuen Stimme.

Knapp auf den Fersen ist ihm mit 191 Stimmen der 17-jährige Videomacher Fynn Daunus. Der Schüler schneidet Videos internationaler Fußballspiele und hat damit bei Instagram fast genauso viel Erfolg wie die Fußballstars selbst: Sein erfolgreichstes Video wurde 3,8 Millionen Mal gesehen. Er hat 1,3 Millionen Abonennten. Fußballspieler Jerome Boateng hat etwa 4,7 Millionen – und der ist ein echter Star.

Eine Affinität zu den Kanälen der digitalen Welt hatte Fynn Daunus schon vor vielen Jahren. Im Alter von zehn Jahren habe er den Traum gehabt, ein bekannter Youtuber zu werden, erzählt er. Er wollte mit seiner Kreativität viele Menschen erreichen. Das hat er geschafft. Jetzt ist er zwar kein Youtuber, sondern „Instagramer“ – angesichts seiner Erfolge war das aber wohl die richtige Entscheidung.

Einige Stimmen hinter dem jungen Video-Profi rangiert mit 160 Stimmen ein Mann, der sich schon von Berufs wegen Profi nennen darf: Gemeint ist Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender bei der Lübecker Mach AG, eine Firma, die Software und Beratung zur Digitalisierung von Verwaltungen anbietet. Über die gute Platzierung freut sich der Vorstandschef, betont aber, dass er die Platzierung als Lob für sein gesamtes Team versteht. „Digitalisierung besteht für mich aus drei Komponenten“, sagt Sahre. „ Software, Daten und Menschen.“ Die Menschen seien dabei am wichtigsten. Sahre glaubt, dass die Digitalisierung Freiräume schaffen wird. „Freiräume für mehr wertschöpfende Arbeit.“ Er verstehe die Angst um Arbeitsplätze, sei aber sicher, dass sie – genau wie bei der Industrialisierung – mit der Zeit verschwinde. Er fragt: „Wer will heute noch am Fließband stehen und Kohlen schaufeln?“ Solche Abläufe seien heute ganz selbstverständlich automatisiert. Und so würde es auch mit der Digitalisierung sein: „In Zukunft wird man sich nicht mehr vorstellen können, dass es einmal Menschen gegeben hat, die eine Rechnung abtippen mussten.“

Knapp hinter Sahre lauert Matthias Schubert auf eine Platzierung unter den ersten Drei. Schubert ist Leiter der VS Media, einer Tochterfirma der Vereinigten Stadtwerke Ratzeburg-Mölln-Bad Oldesloe. 2009 hat die VS Media angefangen, das Glasfasernetz in Stormarn und Herzogtum Lauenburg auszubauen. Rund 100 Gemeinden hat sein Team seither mit schnellem Internet versorgt. „Manche Gemeinden waren noch mit einem Megabit unterwegs, deswegen bekommen wir viel Dankbarkeit und positives Feedback“, berichtet Schubert. Insbesondere für Gewerbekunden sei schnelles Internet entscheidend. „Das ist ein Standortkriterium“, sagt Schubert. Wo kein schnelles Internet sei, da gehe kein Unternehmen hin. Deswegen sei der Glasfaserausbau in Schleswig-Holstein und bundesweit auch so ein wichtiges Thema. Bis 2025 möchte Technologieminister Bernd Buchholz (FDP) eine flächendeckende Versorgung im Land erreichen „und was er für ganz Schleswig-Holstein will, haben wir hier schon geschafft“, sagt Schubert. Finanziert habe man den Ausbau ohne Fördergelder, und „unsere Kunden schließen Verträge mit Preisen ab, die vergleichbar mit denen der Konkurrenz sind“.

Ob Schubert und seine VS Media mit dieser Leistung noch Plätze gutmachen werden, wird sich zeigen. Noch bis Mittwoch, 15 Uhr, darf abgestimmt werden.

Wer sind die Helden des digitalen Wandels?

Die LN suchen im Norden nach den „Helden von hier“! Sie, liebe Leserinnen und Leser, bestimmen jeden Monat neu, wer Ihr persönlicher LN-Held ist. Im Oktober küren wir Helden, die den digitalen Wandel im Norden vorantreiben. Wer bringt den Router ans Netz? Wer hilft, wenn der PC streikt? Wem ist zu danken, wenn Kollege Roboter Arbeiten ausführt, die für den Menschen zu kompliziert oder zu monoton sind? Nominieren Sie Ihre Kandidaten auf der Website www.

helden-von-hier.de: Sobald das Einverständnis des Kandidaten vorliegt, kann gevotet werden.

Für den Sieger der Abstimmung richten die LN ein Fest aus. Gewinnen kann natürlich auch jeder, der seine Stimme für bis zu drei Kandidaten abgibt. Nehmen Sie teil und gewinnen Sie wertvolle Preise!

Internet:www.helden-von-hier.de

Luisa Jacobsen

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