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Norddeutschland Dithmarscher Neulandhalle wird historischer Lernort
Nachrichten Norddeutschland Dithmarscher Neulandhalle wird historischer Lernort
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18:33 08.04.2017
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Kiel

Sie setzen sich für einen historischen Kulturort ein: Landesbischof Gerhard Ulrich (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland), Propst Andreas Crystall vom Kirchenkreis Dithmarschen und Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) haben in Kiel eine Vereinbarung zum Aufbau eines historischen Lernortes in der Neulandhalle in Dieksanderkoog im Kreis Dithmarschen unterzeichnet.

Die Neulandhalle gehörte früher zum „Adolf-Hitler-Koog“. Quelle: Foto: Jacobs

In den kommenden Monaten soll das Gebäude als bedeutendes Kulturdenkmal gesichert und als historischer Lernort aufgebaut werden. Die Nordkirche stellt dabei eine Million Euro und das Land 500000 Euro zur Verfügung. Die Neulandhalle wird mitsamt Gelände durch eine dauerhafte, allgemein zugängliche Außenausstellung als Beispiel fataler NS-Propaganda und Volksgemeinschafts- Ideologie präsentiert.

Spoorendonk würdigte die Vereinbarung: „Hierdurch wird deutlich, dass sowohl Landesregierung als auch Nordkirche und Kirchenkreis im Zusammenhang mit der Neulandhalle gemeinsam zu ihrer gesellschaftlich-historischen Verantwortung stehen.“ Das nun vereinbarte Projekt ermögliche im weitesten Sinne auch als Täterort ein vertieftes Verständnis von Entstehung und Unterstützung des Nationalsozialismus.

Landesbischof Gerhard Ulrich sagte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung: „Ich freue mich, dass nach langwierigen Beratungen ein Konzept für den historischen Lernort Neulandhalle entwickelt wurde, das auch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem heutigen Rechtsextremismus dienen wird.“ Priorität haben nun die Sicherung des historischen Gebäudes und der Aufbau der Außenausstellung. Die Neulandhalle liegt inmitten des Siedlungsensembles des ehemaligen „Adolf-Hitler-Kooges“. Als historischer Lernort wird das Gebäude von Bildungsstelen umgeben sein, die den historischen Hintergrund, die damalige Bedeutung und das propagandistische Konzept des „Adolf-Hitler-Kooges“ kritisch vermitteln.

Träger des Projektes für die ersten fünf Jahre ist der Kirchenkreis Dithmarschen. Für die Umsetzung der Ausstellung soll Professor Uwe Danker vom Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte tätig werden.

LN

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