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Norddeutschland Dobrindt will die A 21 verlängern - und den Elbe-Lübeck-Kanal ausbauen
Nachrichten Norddeutschland Dobrindt will die A 21 verlängern - und den Elbe-Lübeck-Kanal ausbauen
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11:22 02.03.2016
Bauarbeiten auf der A21 Quelle: LN-Archiv
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Lübeck

Die Verlängerung der A 21 Richtung Elbe ist dem Bund damit wichtiger als der Weiterbau der A 20 über Bad Segeberg hinaus. Zudem findet der totgesagte Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals Berücksichtigung in der zweithöchsten Planungskategorie, dem „vordringlichen Bedarf“. Offiziell wird der Investitionsplan am 16. März im Bundestag vorgestellt, im Oktober soll er verabschiedet werden. Die Nachricht war vorab durchgesickert. Das Verkehrsministerium verwies darauf, dass am Entwurf noch gearbeitet werde.

Einen Schub erhält der 135 Millionen Euro teure Ausbau der B 404 zur Verlängerung der A 21 (Kiel–Bargteheide). „Sollten sich die Vorabinformationen als zutreffend erweisen, wäre die Wirtschaftsregion Lübeck bei der Verkehrsplanung für die kommenden Jahre besser als zuvor bedient“, sagte Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK Lübeck. Er sieht die Bemühungen der Kammer von Erfolg gekrönt. Die volle Wirkung dieser Autobahn werde sich  jedoch erst mit östlicher Elbquerung und durch einen Anschluss an die A 39 in Niedersachsen ergeben, sagte Schöning. „Das ist dann der entscheidende Schritt zur Lösung der massiven Verkehrsprobleme in der Metropolregion Hamburg.“ Eine östliche Elbquerung der A 21 sieht Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) allerdings nur im „weiteren Bedarf“.

Unterdessen rückt der von Wirtschaftskreisen geforderte Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals (ELK) offenbar näher. Trotz eines schlechten Nutzen-Kosten-Verhältnisses von 0,5 sieht der Bund jetzt einen „vordringlichen Bedarf“ für das Projekt.  Der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) lobte diese Entscheidung: „Ein notwendiges Bekenntnis zum Binnenschiff als Gütertransportmittel, wenn man unser Straßennetz entlasten will.“ Nach Einschätzung der Lübecker Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm (SPD) könnte das bis zu 200 000 Lkw-Fahrten im Jahr überflüssig machen. Vorgesehen sind eine Vertiefung des Kanals und der Neubau von Schleusen, um  modernen Schiffen die Passage zu ermöglichen.

In den „vordringlichen Bedarf“ höhergestuft werden soll der Ausbau der B 207 zwischen Heiligenhafen und Puttgarden. Nachgeordnet sind für den Bund eine Belt-Schiene in Ostholstein und eine neue Sundquerung. Auch die A 20 erhält nicht die allerhöchste Priorität. Christopher Vogt (FDP): „Wegen ihrer überragenden Bedeutung für unser Bundesland ist das eine katastrophale Entwicklung.“

Von Curd Tönnemann

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