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Norddeutschland Doppelmord auf Pferdehof: Morgen soll das Urteil fallen
Nachrichten Norddeutschland Doppelmord auf Pferdehof: Morgen soll das Urteil fallen
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19:20 19.12.2015
Spezialisten der Polizei untersuchten am 19. November 2014 den Pferdehof in Haale. Quelle: Runge/dpa
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Kiel

Ist der junge Mann auf der Anklagebank ein kaltblütiger Doppelmörder, der im Streit um knapp 8000 Euro zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale brutal tötete? Hat er der 57-jährigen Hofbesitzerin im Kreis Rendsburg-Eckernförde deswegen erst in den Rücken und dann in den Hals geschossen? Ist er derjenige, der der hinzueilenden 83-jährigen Mutter hinterrücks die Kehle durchschnitt und ihr dann noch in den Kopf schoss? Und der beide Leichen dann im Pferdestall mit Benzin übergoss und anzündete?

Das Kieler Landgericht will morgen verkünden, ob es das Netz von Indizien gegen den 29 Jahre alten Automechaniker für genauso überzeugend hält wie der Staatsanwalt. Dann müsste der junge Mann wegen Doppelmordes aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat lebenslang in Haft. Bei der Tat gegen die Mutter käme sogar noch ein drittes Mordmerkmal hinzu, nämlich Heimtücke. Sollte das Gericht deswegen auch noch die besondere Schwere der Schuld feststellen — wie dies Ankläger und Nebenklage fordern —, wäre eine Haftentlassung auf Bewährung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Doch um die Höchststrafe in dem Indizienprozess zu fällen, dürfen die drei Berufs- und zwei Laienrichter keinerlei ernsthafte Zweifel an der Schuld des Angeklagten haben.

Aber handfeste Beweise wie etwa Tatzeugen oder die Tatwaffe fehlen. Zweifelt das Gericht, müsste es den Mann freisprechen. Dies fordern die Verteidiger, darauf hoffen auch seine Familie und die Verlobte. Der 29-Jährige schweigt auf Rat seiner beiden Verteidiger.

LN

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