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Norddeutschland Doppelmord in Haale: Kripobeamte sagen aus
Nachrichten Norddeutschland Doppelmord in Haale: Kripobeamte sagen aus
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20:10 16.10.2015
Kiel

Im Prozess um den Doppelmord von Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind die umstrittenen Aussagen, in denen der Angeklagte Dennis N. (29) bei der Polizei seine Anwesenheit auf dem Pferdehof am Tattag eingeräumt hatte, für die Beweisaufnahme verwertbar. Dies gab gestern die Schwurgerichtskammer des Kieler Landgerichts bekannt.

Wie berichtet bestreitet der wegen zweifachen Mordes angeklagte Kfz-Mechatroniker den Vorwurf, am 18. November 2014 aus Habgier und zur Verdeckung einer Veruntreuung von 7900 Euro die Hofbesitzerin Regina F. (57) und ihre Mutter (83) erschossen zu haben. Vor Gericht schweigt der Angeklagte. Seine beiden Verteidiger aus Lübeck hatten zum Prozessauftakt der Verwertung möglicherweise verfänglicher Aussagen ihres Mandanten widersprochen.

Begründung: Dennis N. sei kurz nach der Tat von der Polizei bei Vernehmungen in seinem Wohnhaus in Beringstedt und auf dem Revier in Rendsburg nicht als Zeuge, sondern als Beschuldigter befragt worden. Weil er nicht über seine Rechte belehrt worden sei, so die Verteidiger, seien auch spätere Einlassungen beim Ermittlungsrichter tabu.

Die Polizei hatte bei Dennis N. „rein vorsorglich“ dessen Arbeitsbekleidung, sein Portemonnaie und sein Handy beschlagnahmt. Die Beamten, die den schwarzen Opel Corsa seiner Verlobten am Tatort entdeckt hatten, wollten sich zunächst von der Unversehrtheit der Halterin überzeugen. Die im Stall gefunden Leichen waren zu verkohlt für eine schnelle Identifizierung.

Doch dann fielen den Kripobeamten die frisch gewaschenen, noch feuchten Sachen von Dennis N. auf, die auf Stühlen zum Trocknen aufgehängt waren. „Sonderbar“ kam ihnen vor, dass die Sachen angeblich täglich gewaschen wurden. Zu Beginn der Vernehmung von Dennis N. stand noch nicht einmal fest, dass Mutter und Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen waren, sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann. Zu diesem Zeitpunkt sei auch noch ein Suizid infrage gekommen. Nach der Chronologie der Polizeimaßnahmen sprach sich erst ab 3.08 Uhr herum, dass unter einer der Leichen eine 9-mm-Patronenhülse gefunden worden war.

Erst um 3.27 Uhr stellte der zuständige Staatsanwalt Dennis N. unter „Anfangsverdacht" und ordnete eine Blutprobe (0,0 Promille) an. Eine halbe Stunde später wurde der Angeklagte mit dem Tatvorwurf konfrontiert. Der Prozess wird am 9. November fortgesetzt.

gey

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