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Norddeutschland Drage: Mutter und Tochter unauffindbar
Nachrichten Norddeutschland Drage: Mutter und Tochter unauffindbar
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07:22 18.10.2016
Ein Boot der Wasserschutzpolizei sucht im August 2015 die Elbe nach den Vermissten ab. Quelle: dpa
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Drage

Seit 15 Monaten sind Sylvia und Miriam Schulze bereits spurlos verschwunden – und die Polizei weiß immer noch nicht, was mit ihnen passiert ist. „Wir haben keine neuen Erkenntnisse“, sagt Jan Krüger, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Harburg. Im Juli 2015 wurde Familienvater Marco Schulze (41) aus dem niedersächsischen Drage tot aus der Elbe bei Lauenburg geborgen. Die Ermittler glauben, dass er seine Frau (43) und seine Tochter (12) am 22. Juli ermordet und sich dann einen Tag später selbst das Leben genommen hat, indem er von der Lauenburger Elbbrücke sprang.

Doch bis heute ist es der Polizei nicht gelungen, die vermuteten Leichen von Frau und Tochter zu finden. Die Ermittler hatten bei ihrer Suche unter anderem einen kleinen See bei Buchholz in der Nordheide abgesucht, an dem sich die Familie am Tag ihres Verschwindens aufgehalten haben soll. Es war ihre bislang heißeste Spur gewesen. Doch die Taucher entdeckten damals nur Baumstämme und Bodenwellen.

Eine Sondersendung der ZDF-Reihe „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ brachte im Juni dieses Jahres zwar 40 neue Hinweise, eine weitere heiße Spur war aber nicht dabei. Bis heute gingen immer noch gelegentlich neue Hinweise bei der Polizei ein, berichtet Krüger. Doch es fehle weiterhin der entscheidende Tipp. „Wir müssen jedes Mal schauen, was wir davon überhaupt prüfen können“, sagt der Polizeihauptkommissar. Die meisten Zeugen gäben an, Frau und Tochter irgendwo gesehen zu haben – im Inland, aber zum Teil auch im Ausland. „Wenn uns jemand erzählt, dass er die beiden vor zwei Wochen in einem Café in Schweden entdeckt hat, können wir damit nichts weiter anfangen“, sagt Jan Krüger.

Der andere große Teil der eingehenden Hinweise seien „gut gemeinte Tipps“ zu Orten, an denen die Leichen möglicherweise abgelegt worden sein könnten, zum Beispiel ein bestimmter Brunnen. „Es ist wenig dabei, was Ermittlungsarbeit nach sich zieht“, sagt Krüger.

Anfangs arbeitete eine 25 Personen starke Sonderkommission an dem Fall. Inzwischen ist laut Krüger keine spezielle Ermittlungsgruppe mehr mit dem Verschwinden beschäftigt, der Fall laufe nun über den Zentralen Kriminaldienst. „Wenn es etwas Neues gibt, nimmt sich dort ein Kollege der Sache an“, erläutert er.

 jd

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