Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Dreikampf ums Kieler Rathaus
Nachrichten Norddeutschland Dreikampf ums Kieler Rathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 21.10.2012
Schleswig-Holstein

Kiel – Wer derzeit durch Kiel fährt, kommt an ihnen nicht vorbei. An jedem Mast und an vielen Wänden in der Landeshauptstadt hängen die Plakate der Kandidaten. Ein neuer Oberbürgermeister wird gesucht, nachdem der alte ja nun schon seit dem Frühjahr Ministerpräsident ist – Torsten Albig von der SPD. Vor allem drei Kandidaten sind überall plakatiert. Susanne Gaschke (45), renommierte „Zeit“-Redakteurin, geht für die SPD ins Rennen, Gert Meyer (41), lange Zeit Kommunalpolitiker und Stadtrat im Rathaus, ist der Kandidat der CDU. Beide sind gebürtige Kieler, der dritte Kandidat mit Chancen nicht. Der Landtagsabgeordnete Andreas Tietze (50), der für die Grünen den OB-Posten erobern will, ist in Gelsenkirchen geboren und hat auf Sylt gelebt und gearbeitet. Als Seiteneinsteigerin will Gaschke den OB-Sessel für die SPD verteidigen. „Das ist das Spannendste, was ich je gemacht habe“, sagt sie. Ihre Chancen seien gut. Kiel sei strukturell eine sozialdemokratische Stadt. Dass sie nicht die Wunschkandidatin von Teilen der SPD-Spitze war, brachte sie nicht davon ab, anzutreten. Die Partei habe sich nach ihrem knappen Sieg im Kampf um die SPD-Kandidatur auch nur kurz geschüttelt – und ihr dann massiv den Rücken gestärkt. Stolz ist die „Zeit“-Redakteurin darauf, was Herausgeber und Altkanzler Helmut Schmidt ihr mitgab: „Die ,Zeit‘ verliert eine tüchtige Mitarbeiterin, aber Kiel gewinnt eine fähige Oberbürgermeisterin!“ Gaschke sieht den Posten sehr politisch. Von der Kritik, sie habe keine Verwaltungserfahrung, will sie sich nicht verunsichern lassen. Sie stütze sich auf Professionalität und Loyalität der Mitarbeiter im Kieler Rathaus, betont sie. Als drängendste Themen sieht Gaschke den Wohnungsbau, die Sanierung von Schulen und Sportanlagen sowie die Verhinderung sozialer Spaltung. Kiel soll bis 2025 um 10 000 Einwohner wachsen. Vor allem für Studenten müssten mehr Wohnungen her. Ein Erfolg wäre es für sie, wenn auf dem Gelände des abgezogenen Marinefliegergeschwaders ein neuer Stadtteil entstünde, der Industrie und Gewerbe mit bezahlbaren Mietwohnungen verbindet.CDU-Kandidat Gert Meyer sieht wachsende Chancen für sich. „Aus den Rückmeldungen schließe ich, dass sich meine Aussichten seit Bekanntgabe meine Bewerbung spürbar verbessert haben“, sagt er. Als wichtigste Aufgabe sieht Meyer eine systematische Sanierung des Haushalts der Landeshauptstadt an, der allein in diesem Jahr ein Defizit von 90 Millionen Euro aufweist. „Und Personal werden wir auch abbauen müssen, aber erst nach einer systematischen Untersuchung und einer Optimierung der Verwaltungsabläufe“, sagt er. Investieren will Meyer vor allem in Schulen, Kitas, Sportstätten, aber auch in die Straßensanierung. Für notwendig hält der CDU-Kandidat, ein zentrales Schwimmbad zu bauen, nachdem zwei alte kleine geschlossen wurden oder werden. Einen Traum hat Meyer auch: Er möchte die Hörn, das Gebiet am Ende der Kieler Förde, so weiterentwickeln, dass das West- und das Ostufer zusammenwachsen. „Das ist für mich eine große Vision.“ Der Grüne Andreas Tietze erklärt, er wolle mit den Kielern eine „kreative und innovative Stadt gestalten, in der Lebensqualität, Nachhaltigkeit und ein grüner Wirtschaftsaufschwung im Zentrum der Politik stehen“. Eines seiner zentralen Vorhaben ist eine Stadtregionalbahn für Kiel. Auch für seine Konkurrenten ist das ein Thema. Gaschke will darüber die Bürger entscheiden lassen, Meyer hält die Bahn für nicht finanzierbar.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Abenteuer im Pilzwald: Die LN haben sich im Lauenburgischen auf Pirsch begeben. Doch Vorsicht ist geboten.

21.10.2012

Ein Brand in einem Abfallwirtschaftszentrum in Flensburg hat am Samstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst.

21.10.2012

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen beginnen am kommenden Mittwoch zwei neue Prozesse gegen Rockerkriminalität in Kiel.

21.10.2012