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20:10 27.07.2018
Eine orangefarbene DLRG-Drohne am Strand von Scharbeutz. Sie hilft, wenn jemand untergeht. Quelle: Fotos: Markus Scholz/dpa (2), Felix König (1)
Scharbeutz

„Die meisten Badetoten gibt es außerhalb der Wachzeiten der Rettungsschwimmer“, sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese den LN. Dabei weise die Ostseeregion deutlich bessere Zahlen auf, als der Bundesdurchschnitt. Von Januar bis zum 20. Juli starben in deutschen Gewässern 279 Menschen, das sind 37 mehr als im Jahr zuvor. Die meisten kamen in Binnengewässern ums Leben. Anders in Schleswig-Holstein. Hier ertrank ein Mensch in der Nordsee vor Sylt, die vier anderen Todesfälle ereigneten sich an der Ostsee: In Timmendorfer Strand, in Dahme (Ostholstein) und zwei in der Kieler Bucht. In Mecklenburg-Vorpommern kamen in diesem Jahr bislang 16 Menschen beim Baden ums Leben, 2017 waren es 14.

An der Küste hat die Zahl der tödlichen Badeunfälle abgenommen. Seit Januar sind fünf Menschen in Schleswig-Holstein ertrunken. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es elf, teilte die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) gestern in Scharbeutz mit.

Bei der Hitze müssten die Rettungsschwimmer ständig ran, so Wiese. „Das geht Schlag auf Schlag.“ Die Strände an der Ostsee seien sehr gut bewacht. Dies zeige die in diesem Jahr bessere Bilanz für Schleswig-Holstein. 70 Rettungsschwimmer seien allein in der Lübecker Bucht zwischen Sierksdorf und Niendorf im Einsatz. Um noch besser gerüstet zu sein, setzt die DLRG in dieser Saison in Scharbeutz und Timmendorfer Strand wieder Drohnen ein. Diese seien seit 2015 getestet worden und hätten sich bewährt, erklärte Christoph Niemann von der DLRG Scharbeutz. Weitere Strände sollen nun mit Drohnen bestückt werden. 25 Piloten seien allein für die Lübecker Bucht geschult worden.

Die Drohnen fliegen mit einer Kamera über das Wasser, führte Alexander Kille, DLRG-Projektleiter für den Drohneneinsatz aus. Sie seien in der Lage, in klaren Gewässern aus der Vogelperspektive bis auf den Grund einen Überblick zu liefern. Insofern seien sie besonders wertvoll, wenn ein Schwimmer untergegangen sei. „Sonst sind wir mit anderen Rettungsmitteln nach wie vor schneller.“ Dabei helfen Boote, Rettungsboards und Stand-up-Paddle-Boards. Die DLRG rechne im Schnitt 90 Sekunden, bis ein Ertrinkender nach der Entdeckung an den Strand gebracht sei. Die Drohen startklar zu machen dauere aber alleine 120 Sekunden. Bei trüben Gewässern machten Drohnen auch keinen Sinn, sagte Kille. Zugelassen sind sie bis Windstärke 6.

Die Ursachen für tödliche Badeunfälle waren laut DLRG in den meisten Fällen Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung. 90 Prozent der Opfer seien männlich, fügte Wiese an. Es sei sinnvoll, sich an die Baderegeln zu halten: „Nicht ins Wasser springen ohne sich abzukühlen und nicht, ohne dass man vorher die Wassertiefe überprüft hat.“

Auch Eltern, die sich in Wassernähe mehr mit ihrem Handy beschäftigen als auf ihre Kinder zu achten, gebe es leider häufig, bedauerte Wiese. Selbst wenn die Eltern daneben stünden, könne es bei Ostwind gefährlich sein, Kinder ins Wasser zu lassen. „Dann kann es gefährliche Strömungen geben, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen.“ Wenn es gefährlich werde, hisse die DLRG die gelbe Flagge, klärte Wiese auf. „Dann sollte man keine Kinder mehr ins Wasser lassen.“ Die rote Flagge bedeute Badeverbot. Die DLRG wolle, dass ein schöner Badetag so vergnüglich ende, wie er beginne. „Wir wollen nicht die Spaßbremse sein.“

Von Marcus Stöcklin

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