Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Droht ein neuer Fleischskandal?
Nachrichten Norddeutschland Droht ein neuer Fleischskandal?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 06.11.2013
Anzeige
Oldenburg/Bad Bentheim/Bremen

Wegen eines möglichen neuen Fleischskandals ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen einen Betrieb in Bad Bentheim. Es gehe um den Verdacht von Kennzeichnungsverstößen und Urkundsdelikten, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Das ARD-Morgenmagazin hatte zuvor berichtet, dass der Betrieb tonnenweise Gammelfleisch mit gutem Fleisch vermischt und verkauft habe. In dem Bericht wird ein ehemaliger Arbeiter der Fabrik mit den Worten zitiert: „Es wird auch Fleisch geliefert, das schon grün ist. Wir Arbeiter weisen zwar darauf hin, dass das Fleischschlecht ist, aber dann wird uns gesagt, dass wir es doch verarbeiten sollen und wir werfen es in die Maschinen.“

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der fleischverarbeitende Betrieb sei im Juni und Oktober insgesamt zweimal durchsucht wurde. „Es wurden Proben genommen und sichergestellt“, sagte er. Ob diese bereits analysiert worden sind, konnte er nicht sagen. Bei den Ermittlungen gehe es vor allem um den Verdacht, dass sogenanntes Separatorenfleisch nicht als solches ausgezeichnet wurde. Separatorenfleisch wird maschinell von den Knochen gelöst und darf nur verwendet werden, wenn die Produkte entsprechend gekennzeichnet sind. „Der Verdacht besteht, dass falsche Veterinärzeugnisse für den Export erwirkt worden sein könnten, in der die Herkunft des Fleischs verschleiert worden ist“, erläuterte der Sprecher.

Nach dem Bericht des ARD-Morgenmagazins soll der Betrieb regelmäßig billiges, schlechtes Fleisch gekauft haben. Zwei ehemalige Mitarbeiter haben demnach heimlich mit ihren Handys Videos aufgenommen. Als sie ihrem Arbeitgeber illegale Machenschaften vorwarfen, sei ihnen gekündigt und Drohungen ausgesprochen worden.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verwies darauf, dass es oft nicht erkennbar sei, ob ein Produkt mit verdorbenem Fleischhergestellt wurde. Bei Frischfleisch könne man sich auf seine Sinne verlassen und prüfen, ob die Ware einwandfrei aussieht und riecht, sagte die Ernährungswissenschaftlerin Sabine Klein dem dpa-Themendienst. Bei Wurst seien schlechte Rohstoffe aber gar nicht erkennbar. „Wurst enthält viele Zutaten wie Gewürze, die abweichende Geschmäcker übertünchen können.“ Auch die Farbe lasse sich durch Zusätze beeinflussen.

Die Fraktion der Linkspartei im Bundestag forderte die Bundesregierung auf, eine verbindliche Herkunftskennzeichnung für alle Fleischprodukte einzuführen und die staatlichen Lebensmittelkontrollen auszubauen. „Mit der industriellen Billigfleischproduktion zulasten der Lebensmittelsicherheit und auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher muss Schluss gemacht werden“, teilte die Linke-Verbraucherpolitikerin Karin Binder mit.

Bremen - Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat verschiedene gestiftelte und geriebene Käse wegen einer möglichen Bakterienbelastung zurückgerufen. Die Beutel mit 200 Gramm Inhalt aus dem Werk in Georgsmarienhütte könnten Listerien in geringer Zahl enthalten, teilte das Unternehmen mit. Betroffen seien verschiedene Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 29. Dezember 2013 und dem 15. Januar 2014. Der Käse wurden unter Produktnamen wie „Landhof“, „Mibell“, „Star Marke“, „Lovelio“, „Gutes Land“ und „real Quality“ von verschiedenen Supermärkten und Discountern vertrieben.

Die Belastung mit Listerien sei bei Routinekontrollen aufgefallen. Die Werte lägen unterhalb des zulässigen Grenzwertes, es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass der Wert bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten werde, teilte DMK mit. Listerien seien weit verbreitet, könnten bei Menschen mit Immunschwäche aber zu schweren Erkrankungen führen.

Diese Marken sind betroffen: Die Pressemitteilung des Deutschen Milchkontors im Wortlaut 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schwerer Rückschlag für die A 20: Das Bundesverwaltungsgericht hat das Großvorhaben bei Bad Segeberg ausgebremst. Die Planung ist rechtswidrig. Jahrelange Verzögerungen drohen. Naturschützer freuen sich über das Urteil zugunsten eines großen Fledermaus-Vorkommens

06.11.2013

Schleswig-Holstein beteiligt sich mit 750 000 Euro an der Fortsetzung des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern.

05.11.2013

Orkan „Christian“ hat im Norden so viel Holz abgenickt wie sonst in einem Jahr gefällt wird. Die Flächen sollen aufgeforstet werden.

05.11.2013
Anzeige