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Norddeutschland Dürre-Sommer stresste auch das Wattenmeer
Nachrichten Norddeutschland Dürre-Sommer stresste auch das Wattenmeer
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08:32 03.11.2018
Ein Wattwurm vor der Hallig Langeneß: Der Dürre-Sommer 2018 stresste auch das Wattenmeer. Quelle: Christian Charisius/dpa
Husum

Der Dürre-Sommer 2018 hat auch das Wattenmeer gestresst: Gräben und Tümpel waren knochentrocken. Muscheln und Würmer hatten keine Chance und auch viele Pflanzen vertrockneten. Selbst im Watt, das zweimal pro Tag überflutet wird, gab es den Hitzetod: Dort wurde es bei Ebbe zum Teil so heiß, dass Millionen Herzmuscheln starben, wie Christof Goetze von der Schutzstation Wattenmeer sagte.

Sein Kollege Rainer Borcherding hatte so ein Massensterben der Muscheln bereits vor einigen Jahren erlebt: „Tausende große, alte Herzmuscheln lagen erschöpft auf der Wattoberfläche. Die hatten sich in Panik ausgegraben, weil sie irgendwie weg wollten. Jetzt lagen sie völlig schlapp auf der Oberfläche, sie zuckten nur noch ein bisschen“, erinnert sich der Biologe. Denn Herzmuscheln haben einen „Fuß“, mit dem sie sich ein- und ausgraben können. „Und sie können mit seiner Hilfe auch horizontal auf dem Wattboden "kriechen"“, sagte Borcherding. Doch unter der brennenden Sonne gelang ihnen die Flucht nicht.

Pflanzen litten unter dem extrem trockenen Sommer

Für Silbermöwen, Austernfischer, und Eiderenten bedeutete der millionenfache Muschel-Tod einen reich gedeckten Tisch. Sie fraßen die sterbenden Muscheln, berichtete der Biologe.

Doch nicht nur Tiere, auch Pflanzen haben unter dem extrem trockenen Sommer gelitten. Zum Beispiel die Sylter Krähenbeere. Die tannengrünen Pflanze war teilweise komplett vertrocknet. „Etwa fünf Prozent sind abgestorben. Und das macht uns Sorge, weil wir nicht wissen, ob die vertrockneten Pflanzen wieder neu austreiben oder ob sie wirklich tot sind.“ Ob der Dürre-Sommer bleibenden Auswirkungen hinterlassen hat, werden man erst im Frühjahr sehen: „Wenn das Gebiet wieder kartiert wird“, sagte Biologe Christof Goetze.

dpa/RND

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