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Norddeutschland Durchsuchung bei Tourismus-Agentur
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08:48 20.01.2016
Die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Andrea Gastager, lächelt im Juni 2014 auf dem Dach der Tourismus Agentur im Hafen von Kiel. Quelle: André Klohn/dpa
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Kiel

Verdacht gegen die Geschäftsführerin der Tash, der Tourismus- Agentur Schleswig-Holstein, Andrea Gastager: Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen die 49-Jährige eingeleitet. Sie soll, so der Vorwurf, private Einkäufe mit einer Tash-Kreditkarte getätigt haben. Die Tash-Zentrale in Kiel wurde gestern von Ermittlern durchsucht.

Dort hatte Gastager am 1. Juli 2014 die Geschäfte übernommen. Zuvor war sie 13 Jahre lang Tourismuschefin in Lübeck und Travemünde, galt schnell als gute Wahl auf diesem Posten. Und so freute sich auch SPD-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, als er Gastager 2014 in Lübeck abwerben und als neue landesweite Tourismus-Managerin verpflichten konnte. Gastager enttäuschte die Erwartungen nicht. Mit einer modernen „Glücks-Kampagne“ und dem Motto von den Glücks-Wachstumsgebieten, die Schleswig-Holstein seinen Besuchern biete, brachte sie frischen Wind in das eher altbackene und regional stark zerfaserte Tourismus-Marketing im Norden.

Im Wirtschaftsministerium war jetzt bei einer Prüfung der Verwendungsnachweise allerdings auch eine mögliche Unregelmäßigkeit aufgefallen, die den Verdacht gegen Gastager weckte. „Private Ausgaben im unteren vierstelligen Bereich“ seien da mit der Tash-Kreditkarte beglichen worden, heißt es von der Kieler Staatsanwaltschaft. Nach LN-Informationen soll die Agentur-Chefin die in Frage stehende Summe bereits zurückgezahlt haben. Sie selber, so hieß es gestern bei der Tash, sei derzeit auf Geschäftsreise und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Agentur-Sprecher wollte sich mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht zu dem Vorgang äußern. Auch aus dem Wirtschaftsministerium gab es gestern keine Stellungnahme.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kommen noch keiner Verurteilung gleich. Solche Verfahren können auch wieder eingestellt werden: wenn sich ein Verdacht nicht bestätigt oder bei geringer Schuld zum Beispiel gegen Auflagen. Erhärtet sich ein Verdacht deutlich, kann die Staatsanwaltschaft bei Gericht einen Strafbefehl beantragen oder Anklage erheben. Das Gericht kann dann ein Hauptverfahren eröffnen.

ctö/wh

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