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Norddeutschland Echter Norden: Kritik am neuen Slogan
Nachrichten Norddeutschland Echter Norden: Kritik am neuen Slogan
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22:19 27.08.2013
Die neue Kampagne kommt bei den Befragten nicht gut an. „Der echte Norden“ sei nicht aussagekräftig und die Plakate gäben das Thema nicht wieder. Quelle: Fotos: Maxwitat, dpa

„Schleswig-Holstein — Der echte Norden“ — diesen Slogan will die Regierung in Kiel dem Land verpassen. Nicht alle aber finden den von zwei Agenturen entwickelten Spruch gelungen.

Stefan Wegner zum Beispiel. Der ist Geschäftsführer der Werbeagentur Scholz & Friends in Berlin. Eine Dachmarke zu entwickeln sei richtig und wichtig, sagt Wegner. Dieser „Claim“ aber „wird dazu wenig beitragen, weil er keine Ecken und Kanten hat“. Gute Claims seien „wie Ohrwürmer. Man wird sie nicht mehr los“. Dafür müssten sie aber entweder mit so viel Werbedruck in die Öffentlichkeit gebracht werden, dass man nicht daran vorbeikommt — was Bundesländer im allgemeinen nicht leisten könnten —, oder sie müssten „so ungewöhnlich oder frech sein, dass sie zum Gesprächsthema werden“.

Wegner hat da Erfahrung. Der Spruch seiner Agentur für Baden-Württemberg — „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“ — ist mittlerweile deutschlandweit bekannt.

„Der echte Norden? Im Vergleich zu was? Von Deutschland?“, fragt sich auch Andrius Sarach, als er den neuen Slogan das erste Mal hört. Bei einer Blitz-Umfrage der Lübecker Nachrichten in Lübeck sorgt „Der echte Norden“ für mehr Verwirrung als Begeisterung. „Raues Wetter, die vielseitige Landschaft mit der Holsteinischen Schweiz und den schönen Seenlandschaften und natürlich Angeln: Das verbinde ich mit Schleswig-Holstein“, sagt der 29-Jährige. „Der Slogan drückt das irgendwie nicht aus.“ Klaus-Dieter Franck verbindet ebenfalls viel mit Schleswig-Holstein. „Der Fisch, das Wasser, unsere Kirchen und die Hanse sind echt, natürlich auch unsere multikulturelle Gesellschaft und die Menschen hier oben, aber der Slogan fängt das gar nicht ein“, sagt der 64-Jährige. „Es klingt geradezu überheblich. Da fragt man sich nur: Gibt es einen unechten Norden? Einen zweiten?“ Auch Vivan Strycharczyk findet: „Dieses ,echt‘ ist einfach nicht aussagekräftig genug.“ Auch das Plakat drücke nichts über Schleswig-Holstein aus. „So einen Norddeutschen stellt man sich doch eher mit seiner Seemütze vor oder man denkt an Schiffe und Wasser“, sagt die 19-Jährige.

Die Befragten waren sich gestern durchweg einig: Schleswig- Holstein ist vielfältig, die Landschaft sowie die Menschen, da sei ein schlichtes „Der echte Norden“ nicht aussagekräftig genug. Und auch die Plakate würden das Thema nicht treffen.

Noch mehr Slogans
„Bremen erleben”, heißt‘s an der Weser, Sachsen ist ein „Land von Welt”. Nett geht‘s im Südwesten zu, „Saarland. Schön, dass du da bist”, selbstbewusst am Rhein, „Nordrhein-Westfalen. Zusammen.

Stark.” Thüringen ist „Deutschlands starke Mitte”, „An Hessen führt kein Weg vorbei”, in Rheinland-Pfalz heißt es: „Wir machen‘s einfach”. Und Brandenburg ist „Offen für Macher und Gründer.“ Nur Berlin und Bayern kommen ohne Slogan aus.

Wolfram Hammer und Kim Meyer

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