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Ehemann gesteht Brandanschlag

Kiel Ehemann gesteht Brandanschlag

Frau mit Benzin überschüttet und angezündet – Gutachten bescheinigt ihm eine Wahnerkrankung.

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Viele Medienvertreter und Zuschauer sind zum Prozessauftakt am Landgericht Kiel gekommen.

Quelle: Fotos: Scholz/dpa, Rehder/dpa

Kiel. . Er wird in Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt und wirkt im Prozess um den qualvollen Flammentod seiner Frau seltsam unbeteiligt. Gleich zum Auftakt des Verfahrens vor dem Kieler Landgericht gesteht der 41-Jährige den Brandanschlag auf die 38-Jährige auf offener Straße.

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Frau mit Benzin überschüttet und angezündet – Gutachten bescheinigt ihm eine Wahnerkrankung.

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Er habe sie mit Benzin übergossen und angezündet. Doch dass sie ihren schweren Verbrennungen in einer Spezialklinik erlag, will er offensichtlich nicht wahrhaben. In der rund dreistündigen Vernehmung behauptet der 41-Jährige: „Sie ist nicht tot“ – egal, was im Prozess gesagt werde. „Sie ist nicht tot, das hier ist nur eine reine Inszenierung“, wiederholt er mehrfach mit lauter Stimme. Angehörige und Freunde der in der Flüchtlingspolitik engagierten Frau schluchzen dabei laut auf.

In einem Gutachten wird dem kräftig gebauten Mann eine Wahnerkrankung bescheinigt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er seine Frau grausam und heimtückisch im Zustand der Schuldunfähigkeit tötete, sagt Staatsanwältin Barbara Westermeyer. Daher beantragt sie in dem sogenannten Sicherungsverfahren die dauerhafte Unterbringung des 41-Jährigen in der Psychiatrie. 

Der Beschuldigte und seine Frau sind kurz vor der Tat gemeinsam unterwegs, als der Wagen vor einem Klinikum in Kiel-Kronshagen liegen bleibt, schildert die Staatsanwältin. Mit einem Passanten schiebt er das Fahrzeug noch auf einen Stellplatz. Dann überschüttet er plötzlich seine im Auto sitzende Frau mit Benzin. Das hatte er noch kurz zuvor an einer Tankstelle gekauft.

Sie versucht vergebens, zu fliehen. Er holt sie ein, setzt sie das erste Mal in Brand, „um ihr eine Lektion für ihr von ihm als arrogant empfundenes Verhalten zu erteilen“, erklärt die Staatsanwältin. Passanten, die vor Ort die grausige Szene erleben, sprechen von einer „lebenden Fackel“. Sie können die Flammen einmal ersticken. Doch der Mann schüttet anschließend ein zweites Mal Benzin über seine Frau. Erneut lodern die Flammen auf, sagt die Staatsanwältin. Als sie gelöscht sind, sind mehr als 90 Prozent der Körperoberfläche verbrannt. Auch in einer Spezialklinik ist das Leben der Frau nicht mehr zu retten. 

Mit der Tat will der 41-Jährige seiner Frau „eine Lektion erteilen“, sagt die Staatsanwältin. Nach eigenen Angaben verdächtigt der Beschuldigte die Mutter zweier kleiner gemeinsamer Söhne schon lange, ihn vergiften zu wollen. Wenige Monate vor der Tat ließ sie ihn in eine psychiatrische Klinik einweisen. Doch er wurde nach neun Tagen entlassen, weil die Ärzte keine Eigen- oder Fremdgefährdung mehr sahen, erklären Zeugen vor Gericht.

Die 38-Jährige habe vergebens gehofft, dass er im gemeinsamen christlichen Glauben Hilfe finde, sagt eine ihrer Freundinnen außerhalb des Gerichtssaals. Sie habe die Gefahr offenbar unterschätzt.

Das Opfer und der Beschuldigte stammen aus Togo. Die Frau war in der Flüchtlingshilfe engagiert und sollte von Januar an beim Flüchtlingsbeauftragten des Landes arbeiten. Zur Trauerfeier in Kiel kam auch der damalige Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Karen Katzke

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