Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Eier-Skandal: Verbraucher im Norden stark verunsichert
Nachrichten Norddeutschland Eier-Skandal: Verbraucher im Norden stark verunsichert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:40 04.08.2017
Anzeige
Kiel/Lübeck

Nach Angaben des Kieler Verbraucherschutzministeriums sind die belasteten Eier in fünf Zentrallagern verschiedener Lebensmittelhändler in Schleswig-Holstein gelandet. Auskunft darüber, wo sich die Lager befinden, gab es vom Ministerium nicht. Die betreffenden Kreise und kreisfreien Städte seien jedoch informiert worden. Kontaminierte Eier seien unter anderem im Kreis Herzogtum Lauenburg im Handel gewesen, geht aus einer Mitteilung des Kreises hervor.
Die Lieferungen seien über einen niedersächsischen Zwischenhändler nach Schleswig-Holstein gelangt. Ein Großteil der Eier stamme aus niederländischen Betrieben. Auch weitere Produkte sind nach Angaben des Ministeriums betroffen, die unter Verwendung von belasteten Eiern hergestellt wurden. Erste Rücknahmen wurden eingeleitet – so etwa verschiedene Fertigsalate eines Feinkost-Herstellers mit Sitz in Lübeck. Eine Liste der betroffenen Chargen wird auf dem Portal „Lebensmittelwarnung.de“ laufend aktualisiert.
Die Verbraucher seien in Sorge, sagt Vivien Rehder von der Verbaucherzentrale Schleswig-Holstein: Menschen würden mit gekauften Eiern die Beratungsstellen aufsuchen. Große Supermarktketten reagierten auf die Ausweitung des Skandals und nahmen Eier mit niederländischem Ursprung aus ihrem Sortiment. Der Discounter Aldi nahm vorübergehend sämtliche Eier als „reine Vorsichtsmaßnahme“ aus dem Verkauf. Die Supermarktketten Edeka und Rewe verzichten zunächst auf diesen radikalen Schritt. Sie verbannten nur niederländische Eier. Ein Rewe-Sprecher betonte: Das Unternehmen sehe derzeit „keine Veranlassung“ zu einer solchen Maßnahme. Edeka wies darauf hin, dass Eier der Eigenmarken ausschließlich aus Deutschland stammten.
Dass Fipronil auch in schleswig-holsteinischen Betrieben verwendet worden sei, hält der Landesvorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbands Hans-Peter Goldnick für ausgeschlossen: „Wir haben eine engmaschige Kontrolle in den Ställen.“ Auch Michael Müller-Ruchholtz vom Bauernverband Schleswig-Holstein ist überzeugt, dass das deutsche Sicherungssystem auf landwirtschaftlicher Ebene greift. „Wir haben ganz klare Vorschriften“, sagt er.
Ruchholtz befürchtet einen Absatzrückgang im Eierhandel. Er kritisiert: „Dabei haben nicht die Landwirte Schuld, sondern diejenigen, die das Desinfektionsmittel hergestellt haben.“ Dadurch sei das Gift erst in die Eier gelangt. Das Landeslabor untersucht zudem zur Zeit 15 Proben von Eiern aus Schleswig-Holstein auf Fipronil. Ergebnisse werden am Dienstag erwartet.

Von Saskia Bücker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige