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Eier aus Schleswig-Holstein unbelastet

Kiel Eier aus Schleswig-Holstein unbelastet

Entwarnung im Norden: Das Landeslabor fand bei Stichproben keine Spuren von dem Gift Fipronil.

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Sabine Sütterlin-Waack (CDU) kündigte an, dass weitere Ei-Proben untersucht werden sollen.

Quelle: Foto: Charisius/dpa

Kiel. . Gute Nachrichten aus Schleswig-Holsteins Landeslabor: In Eiern aus Betrieben zwischen Nord- und Ostsee haben die Experten keinerlei Belastungen mit dem Insektizid Fipronil festgestellt. „Alle untersuchten 15 Stichproben von Eierchargen unserer regionalen Erzeuger sind einwandfrei“, sagte Verbraucherschutzministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) gestern in Kiel. Darunter seien sowohl Eier aus Boden- und Freilandhaltung gewesen als auch Bio-Eier.

„Fipronil hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Es gibt bei Eiern eine Null-Toleranz“, sagte Sütterlin-Waack. Sie kündigte zugleich aus Sicherheitsgründen weitere Proben an. Es sollen Eier aus den 40 größten regionalen Betrieben in den kommenden zwei Wochen untersucht werden. Vorsorglich sollen stichprobenartig auch Masthühnchen auf Fipronil getestet werden. Zudem beteiligt sich das Land an einem bundesweiten Untersuchungsprogramm für eihaltige Lebensmittel wie zum Beispiel Eierlikör oder Teigwaren. „SchleswigHolstein hat in der Herstellung von Lebensmitteln einen ausgezeichneten Ruf“, sagte die Ministerin. Nach den bisherigen Erkenntnissen „ist uns das Problem regelrecht aufgezwungen worden“.

Bundesagrarminister Christian Schmidt forderte nach dem Eier-Skandal eine bessere Weitergabe von Informationen auf europäischer Ebene. Diese müsse schneller und besser werden, sagte der CSU-Politiker. Er erwarte „lückenlose Aufklärung“. Seine beiden belgischen und niederländischen Kollegen hätten ihm „volle Transparenz und schnelle Informationen zugesichert“. Man habe sich verständigt, deutsche Verbindungsbeamte in die Behörden der Niederlande und Belgien zu schicken. So solle der Fluss von Informationen gewährleistet werden.

Die belgische Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK wehrte sich gegen die Vorwürfe, zu langsam gehandelt zu haben. „Wir haben niemals versucht, irgendetwas zu verschleiern“, sagte FASNKChef Herman Diricks am Montagabend dem Sender VRT. „Wir werden alles, was wir getan haben, erklären.“ Nachdem die Behörde am 2. Juni von einem Fipronil-Verdachtsfall erfahren hatte, gab Belgien erst am 20. Juli Informationen an andere EU-Staaten weiter.

Schleswig-Holsteins Verbraucherschutzministerin Sütterlin-Waack sagte, „immer, wenn Menschen betroffen sind, muss die Meldekette sofort laufen“. Informationen aus Gründen von Ermittlungstaktik zurückzuhalten sei in diesem Fall „so ’ne Sache“.

Nach der offiziellen Bekanntgabe gab es Dutzende Nachweise in Eiern niederländischer Produzenten, Millionen dieser Eier waren nach Deutschland, Schweden und in die Schweiz geliefert worden.

Auch Schleswig-Holstein war betroffen. Bundesweit wurden Millionen Eier aus den Regalen von Supermärkten genommen und vernichtet. Zudem gab es Rückrufe für Produkte mit verarbeiteten Eiern.

In Niedersachsen ist der Skandal aus Sicht von Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) überwunden. Umfangreiche Untersuchungen von Eiproben und Produkten hätten ergeben, dass über vier ermittelte Betriebe hinaus keine weiteren Eierproduzenten in Niedersachsen von dem Skandal betroffen seien, sagte Meyer gestern. „Das ist, glaube ich, ein gutes Zeichen.“ Alle Proben von außerhalb der betroffenen Betriebe seien negativ gewesen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) forderte, das Insektizid Fipronil wegen seiner unbekannten Langzeitwirkung vom Markt zu nehmen. Die Risikoanalyse müsse verschärft werden.

So wird gekennzeichnet

Auf den Eierstempeln bekommen Verbraucher Informationen über die Herkunft der Eier: Die erste Ziffer steht für das Haltungssystem: 0 für Ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Danach folgt die Abkürzung für den EU-Mitgliedsstaat, aus dem die Eier stammen – zum Beispiel DE für Deutschland, NL für die Niederlande, BE für Belgien. Zum Schluss kommt die Betriebsnummer. In Deutschland stehen die ersten beiden Ziffern nach dem Ländercode für das Bundesland, in dem das Ei gelegt wurde – beispielsweise 01 für Schleswig-Holstein.

LN

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