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Ein Reihenhaus in St. Jürgen

Ein Reihenhaus in St. Jürgen

Lübeck. Ein kleines Reihenhaus soll es sein, 80 bis 100 Quadratmeter, Terrasse, ein kleiner Garten, nach Möglichkeit in den Stadtteilen St. Jürgen oder St.

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Sucht eine Bleibe in Lübeck: Abdul Aziz Almasri, Flüchtling aus Dunkelsdorf.

Quelle: Fotos: Lutz Roeßler (4)/ilustration: Freepik/flaticon

Lübeck. Ein kleines Reihenhaus soll es sein, 80 bis 100 Quadratmeter, Terrasse, ein kleiner Garten, nach Möglichkeit in den Stadtteilen St. Jürgen oder St. Gertrud. So haben es sich Ute Oldehaver (52) und ihr Mann Hans-Jürgen Stamer (56) vorgestellt. Aber das ist schwierig. Sehr schwierig sogar. Seit zwei Jahren suchen sie schon – vergebens. „Es ist nichts zu finden“, sagt die gelernte Hotelfachfrau, die derzeit in der Kindertagespflege arbeitet. „Oder es ist so teuer, dass man es nicht bezahlen kann.“

LN-Bild

Lübeck. Ein kleines Reihenhaus soll es sein, 80 bis 100 Quadratmeter, Terrasse, ein kleiner Garten, nach Möglichkeit in den Stadtteilen St. Jürgen oder St.

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Sie wohnen jetzt in St. Jürgen zur Miete, eine ruhige Gegend, das Wasser ist nicht weit. Ihr Sohn studiert in Freiburg, jetzt hätten sie gern etwas Eigenes für sich und ihren Hund. Sie haben die Augen offen gehalten, es über Anzeigen im Internet versucht, aber kaum Reaktionen bekommen. Einmal rief eine ältere Dame an, die ein Haus zu verkaufen hatte. 80 Quadratmeter, drei Zimmer, es kam ihren Vorstellungen schon sehr nahe. Aber das Haus sollte 160000 Euro kosten und das 1000 Quadratmeter große Erbpachtgrundstück 230000 Euro dazu. Das war ihnen dann doch zu viel, und Erbpacht käme für sie ohnehin nicht in Frage.

Sie haben auch einen Makler kontaktiert, aber der konnte ihnen ebenfalls wenig Hoffnung machen. Vor fünf Jahren wäre die Situation eine andere gewesen, habe er gesagt, erzählt Ute Oldehaver. Jetzt aber, bei den niedrigen Zinsen, sei der Markt schwierig.

Das kann sie bestätigen, wenn sie ins Internet schaut. „Kaum sind Angebote eingestellt, sind sie wenig später schon wieder verschwunden. Die Leute kaufen wie verrückt. Es ist kaum zu glauben.“

In St. Lorenz wäre vielleicht eher etwas zu finden, sagt sie. Aber ihr Mann ist Angestellter beim Bundesgrenzschutz, da liegt St. Jürgen buchstäblich einfach näher.

Aber sie lassen sich nicht entmutigen. „Wir suchen weiter. Allerdings hätte ich mir das nicht so schwer vorgestellt. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, das hätte ich nie geglaubt.“

Zu erreichen ist Ute Oldehaver unter ☎ 01573 / 539 18 25 oder unter 0451 / 296 47 25.

Wohnung dringend gesucht!

Lübeck. Eine Wohnung finden in Lübeck? „Schwierig, in fast allen Segmenten“, sagt Thomas Klempau, Geschäftsführer des Mietervereins Lübeck. Nach der Wiedervereinigung habe es ähnlich ausgesehen, seither nicht mehr. Jetzt aber sei die Lage wieder angespannt, und sie dürfte sich mit Blick auf die wachsende Lübecker Bevölkerung künftig eher noch verschärfen.

Ein Mangel herrsche vor allem auch im unteren Preisbereich. Da konkurrierten Alleinerziehende, Alleinstehende, Ältere, Studenten und die Bezieher staatlicher Leistungen um die knappen Plätze. In Lübeck würden Wohnungen zusehends renditeorientiert bewirtschaftet, da seien teurere Wohnungen schlicht interessanter. Selbst Genossenschaften würden sich dem mit Blick auf ihre Dividendenverpflichtungen nicht entziehen. „Lübeck macht ja schon was“, lobt er Bemühungen der Stadt, dem Wohnungsmangel zu begegnen. Letztlich aber müsse die Wohnungswirtschaft aktiv werden.

Auch andernorts fehlen Wohnungen. In Lüneburg etwa sind Studenten zu Semesterbeginn in leerstehende Flüchtlingscontainer gezogen, in Kiel gibt es ebenfalls eine Notunterkunft für Studenten im Flüchtlingswohnheim. Und in den Metropolen ist die Situation noch einmal schärfer. Dort klettern die Wohnungs- und Hauspreise in die Höhe. „Je größer die Stadt, desto größer der Anstieg“, sagte Jürgen Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. int

Am besten eine WG mit Deutschen

Dunkelsdorf. Voriges Jahr im Sommer ist Abdul Aziz Almasri (26) aus Syrien geflohen. Schlauchboot, Türkei, Griechenland, er hat das alles mitgemacht. Seit einem Jahr lebt er in Dunkelsdorf, einem kleinen Ort bei Ahrensbök. Seit zwei Monaten sucht er eine Bleibe in Lübeck, am besten ein Zimmer in einer WG mit Deutschen – bisher vergebens. Die Miete übernehme zwar das Jobcenter, sagt er, aber als Flüchtling stehe man bei der Wohnungssuche ganz hinten an.

Er hat Lebensmitteltechnologie studiert und eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre. Derzeit besucht er einen Sprachkurs in Lübeck. Der läuft bis März, danach könnte eine Fortsetzung kommen. Aber nach Lübeck ist es weit, wenn die Busse selten fahren. Außerdem wäre er gern mehr unter Leuten. Er schätzt und mag die Menschen in Dunkelsdorf sehr, sagt er. „Ich habe großes Glück gehabt. Sie sind freundlich, sie helfen mir.“ Aber für einen jungen Mann können die Nachmittage nach dem Sprachkurs auf dem Dorf lang werden. Auch ließe sich in der Stadt vielleicht ein Minijob finden, sagt er.

Kontakt: ☎ 0152 / 104 60 854.

„Ich würde nehmen, was ich kriegen kann“

Lübeck. Anna Kara Meints (20) hatte schon einen Studienplatz und eine Wohnung in Gießen, als die Zusage von der Universität Lübeck kam. Jetzt studiert sie an der Trave Molecular Lifescience im ersten Semester. Sie konnte im Norden bleiben, das war ihr wichtig. Eine Wohnung aber oder ein WG-Zimmer hat sie noch nicht gefunden.

Sie wohnt in Niendorf, da ist sie seit ihrem sechsten Lebensjahr auch zu Hause. Sie steht also nicht auf der Straße. Aber das Pendeln mit Bus und Bahn kostet sie eineinhalb bis zwei Stunden jeden Tag. „Eigentlich verlorene Zeit“, sagt sie. „Aber es ist momentan einfach superschwierig, etwas zu finden.“ Aushänge am Schwarzen Brett, die Suche im Internet, ein Inserat in der Zeitung – es hat bisher alles nicht geholfen. Auf neun von zehn Mails erhalte sie nicht mal eine Antwort.

Sie hat wegen des Wechsels aus Gießen erst recht spät anfangen können mit der Suche. Seit vier Wochen ist sie jetzt dabei. „Aber es gestaltet sich schwierig, überhaupt eingeladen zu werden“, sagt sie. „Oft ruft man irgendwo an, und dann heißt es: Wir haben schon so viele Anfragen, wir wollen niemanden mehr sehen. Auch die WGs sind gerade zu Semesterbeginn dermaßen voll.“ In Gießen sei es ebenfalls schwierig gewesen. Aber in der Stadt leben auch etwa fünfmal so viele Studenten wie in Lübeck. Dass es hier dann nicht eben leichter werden würde, hätte sie nicht gedacht. „Ich würde inzwischen nehmen, was ich kriegen kann, wenn es bezahlbar ist“, sagt sie. „Leider kann ich momentan nichts kriegen, so wie es aussieht.“

Bis Jahresende muss etwas gefunden sein

Lübeck. Gerade ist wieder eine Hoffnung geplatzt. Eine Woche hatte Sandra E. auf die Nachricht gewartet, dann kam sie, und es war keine gute. Die Wohnung, für die sie sich beworben hatte, wurde anderweitig vergeben. Wieder mal. Diesmal allerdings hatten sich die Vermieter wenigstens gemeldet, das ist nicht selbstverständlich.

Seit Mitte August sucht die Mutter zweier kleiner Söhne (ein und fast drei Jahre alt) eine Wohnung. Eine Trennung, eine schwere Entscheidung, manchmal laufen die Dinge nicht, wie sie sollen. Bis Ende des Jahres muss sie jetzt etwas Neues finden. Die Zeit drängt also, was die Sache nicht einfacher macht. Dabei ist es so schon schwer genug. Viele Vermieter winken ab, wenn sie ihre Lage schildert, sagt sie. Sie hat es mit Aushängen am Schwarzen Brett probiert, über Ebay-Kleinanzeigen, ihre Eltern suchen, ebenso Freunde via Twitter und Facebook – bisher ohne Erfolg.

Die 34-Jährige hat zwei kaufmännische Ausbildungen, kann wegen der Kinder aber momentan nicht arbeiten und bekommt die Miete vom Jobcenter bezahlt. 530 Euro stehen ihr zu, Strom und Heizung kämen extra. Und mehr als 75 Quadratmeter dürften es nicht sein für sie und die Kinder. Aber weil sie nicht mobil ist, kämen Wohnungen weit außerhalb nicht in Frage. Möglichst zentral sollte es sein, St.

Jürgen wäre prima, auch St. Gertrud oder Marli. „Ich wusste, dass es schwer ist“, sagt sie. Aber die Hoffnung aufgeben? „Das kann ich nicht, das ist keine Option. Und was wäre die Alternative?“

Kontakt: ☎ 01573 / 539 30 52

LN

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