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Norddeutschland Ein Rücktritt und viele Schlaglöcher
Nachrichten Norddeutschland Ein Rücktritt und viele Schlaglöcher
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22:14 11.03.2016

Regierungskrise entschärft Plagiats-Affäre: Für Dänemarks Staatsminister Lars Løkke Rasmussen war es ein schwerer Schlag, dass Landwirtschafts- und Umweltministerin Eva Kjer Hansen über zumindest höchst zweifelhafte Angaben zu den ökologischen Folgen ihrer Reform der Landwirtschaftspolitik stolperte. Sie gab mit ihrem Rücktritt dem massiven Druck der konservativen Volkspartei nach, auf deren Stimmen Rasmussens Minderheitsregierung im Folketing angewiesen ist. Nutznießer ist Hansens Nachfolger, der vorherige Bildungs- und Forschungsminister Esben Lunde Larsen. Er steht mit seiner Doktor-Arbeit unter Plagiatsverdacht. Was ihn, sollte der Verdacht sich bewahrheiten, für sein bisheriges Ministeramt in jedem Fall disqualifiziert hätte. Als Landwirtschaftsminister könnte er es überleben, falls seine wissenschaftlichen Fehler bestätigt, aber als weniger schwer eingestuft werden.

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aus Dänemark

Verschärfte Flüchtlingspolitik bringt keine Punkte: Die jüngsten Verschärfungen des dänischen Asylrechts zur Abschreckung von Flüchtlingen hat weder der Regierungspartei Venstre noch den Sozialdemokraten, die den Verschärfungen zugestimmt hatten, Zuwachs in den Umfragen gebracht: Beide haben nach jüngsten Ergebnissen zwei Prozentpunkte in der Wählergunst verloren, jeweils verglichen mit den Ergebnissen der Folketingswahl 2015. Eine der Ursachen: Die Mehrheit der Wähler beider Parteien findet nach einer Umfrage, dass die Verschärfungen zu weit gehen.

Immer mehr Schlaglöcher: Dänemark ist eigentlich bekannt für den guten Zustand seiner Straßen. Doch das gilt hauptsächlich für die Fernstraßen. Das kommunale Straßennetz dagegen ist nach einem neuen Report des dänischen Ingenieursverbandes FRI in beklagenswertem Zustand: In jeder dritten Gemeinde seien die Straßen so mit Schlaglöchern übersät, dass der Verkehr behindert, die Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, berichtet die Zeitung „Berlingske“. Um die Schäden zu beheben, müssten die Gemeinden 75 Milliarden Kronen (gut zehn Milliarden Euro) in die Reparatur oder Erneuerung der Straßenbeläge investieren, so der Verband FRI.

Fußball-Skandal erregt die Gemüter: Das gab es noch nie in Dänemarks Sportgeschichte: Der Vorsitzende eines prominenten Fußballvereins putzt unter falschem Namen auf einer Fan-Seite des Clubs den früheren Sportdirektor und den Trainer herunter. Der Verein ist Brøndby IF (Brøndby Kopenhagen), einer der erfolgreichsten und international bekannten Fußballklubs in Dänemark. Der Vereinschef und Großaktionär Jan Beck Andersen hatte unter dem Pseudonym „Oscar“ auf der Fan-Seite geschrieben. Als die Sache aufflog, trat der beschimpfte Trainer zurück, Jan Beck Andersen aber nicht. Er entschuldigte sich nur wortreich bei den Fans. Die Geschichte schlägt nicht nur in der dänischen Presse hohe Wellen, sondern auch international, vor allem in britischen und schwedischen Zeitungen.

Fit mit Turbo-Unterricht: Auch in Dänemark klagen die Arbeitgeber über immer schlechtere Leistungen der Schulabgänger. 27 Prozent aller Hauptschüler erfüllten nach acht Jahren Schule nicht die Voraussetzungen für eine Lehre, zeigte eine Untersuchung. 5000 dieser Jugendlichen ohne Arbeitsplatz sollen jetzt mit einem mehrwöchigen Turbounterricht fit gemacht werden für eine Lehrstelle, berichtet das dänische Online-Medium Altinget.dk. Der Turbo-Unterricht findet außerhalb der Schule und entfernt von den bisherigen Klassenkameraden statt.

LN

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