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Norddeutschland Ein Tänzchen mit dem Hund
Nachrichten Norddeutschland Ein Tänzchen mit dem Hund
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01:10 30.07.2016
Gut gesprungen: Jessy Lang (27) zeigt eine Dogdance-Figur mit ihrer Australian Shepherd-Dame „Elliott“. Die beiden präsentieren am morgigen Sonntag eine dreiminütige Choreografie. Quelle: Felix König
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Hoisdorf

Darf ich bitten? Melanie Felix bittet Hunde und ihre Besitzer zum Tanz. Am morgigen Sonntag steigt in Hoisdorf (Kreis Stormarn) ein Dogdance-Turnier. Dazu werden 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet.

Fetzig, romantisch oder sportlich: Zu stimmungsvoller Musik zeigen Mensch und Tier eine eigens einstudierte Choreografie. „Die Harmonie zwischen Hund und Mensch steht dabei im Vordergrund“, erklärt Melanie Felix (31), die eine Hundeschule in Hoisdorf betreibt und dort auch Dogdance-Training anbietet. Meist beginnt es mit einzelnen Tricks: Der Hund lernt kleine Drehungen, Sprünge, einen Diener oder auch sogenannte Beinslaloms, bei denen er unter dem gestreckten Bein seines Besitzers hindurchläuft. „Wenn man ein kleines Repertoire zusammen hat, sucht man die passende Musik und übt dazu eine Choreografie ein“, sagt Melanie Felix. Dabei würden einzelne Tricks mit Laufwegen und Fußpositionen kombiniert. Der Kreativität seien kaum Grenzen gesetzt.

Drei Minuten dauert der Auftritt von Australian Shepherd „Elliott“ und ihrem Frauchen Jessy Lang. Die beiden tanzen zu dem Song „Secret“ aus einer amerikanischen Mystery-Serie. Die 27-Jährige ist aus Frankfurt zum Turnier angereist. „Ich habe einen Sport gesucht, den auch der Hund gern mag“, erzählt die ehemalige Turnerin. Als sie Dogdance erstmals erlebte, war schnell klar, dass das etwas für ihren Hund war. „Elliott liebt Musik.“ Schon als Welpe sei er ruhig geworden, wenn er Musik gehört habe, berichtet Jessy Lang.

Inzwischen trainiert sie fast täglich mit dem Australian Shepherd. „Es gehört schon Fleiß dazu.“ Man müsse viel üben, damit das Tier die Tricks zuverlässig könne, sagt sie. Melanie Felix spricht von einem „schwierigen Hundesport“. In den offiziellen Klassen wie beispielsweise Freestyle kann eine Choreografie bei den Fortgeschrittenen schon mal bis zu vier Minuten dauern. „Das ist schon extrem anspruchsvoll.“ Der Hund müsse teils 20 bis 30 Signale in einer Minute umsetzen – ohne Belohnung im Ring. Denn das ist in den offiziellen Bewertungsklassen nicht erlaubt.

20 Starter sind in Hoisdorf für die offiziellen Leistungsklassen gemeldet. Vier Preisrichter vergeben unter anderem Noten für Technik, Artistik, Dynamik, Teamwork und das Konzept. Dabei sind maximal 200 Punkte zu erreichen. Die meisten Teilnehmer der Veranstaltung aber starten in der sogenannten Fun-Klasse. Einige nehmen sogar erstmals an einem Turnier teil. Dabei darf der Hund belohnt werden. Zudem geben die Richter nach dem Tanz in dem 13 mal 18 Meter großen Ring nur eine mündliche Beurteilung ab.

Dogdance ist eine noch recht junge Sportart, die aus den USA und Kanada nach Deutschland gekommen ist. „Das wird hier immer beliebter“, sagt Melanie Felix, die vor fünf Jahren ihr erstes Turnier organisiert hat. Damals sei sie froh gewesen, dass sie 30 Starter zusammenbekommen habe. „Diesmal war die Veranstaltung innerhalb von zwei Stunden ausgebucht.“

Wichtig ist, dass auch die Tiere Spaß an der Sache haben. „Alle Hunde vom Chihuahua bis zur Dogge können Dogdance machen – bis ins hohe Alter und sogar mit Behinderungen“, erklärt Melanie Felix, die selbst mit ihrem Border Collie „Julie“ sehr erfolgreich ist. Bei der Qualifikation für die Europameisterschaft im September in Österreich belegten sie den zweiten Platz. „Meine Hündin kann sogar Handstand machen“, erzählt Melanie Felix. Dafür müsse aber der Rücken des Tieres gut trainiert sein. Die Hunde müssten konditionell und körperlich fit sein – ähnlich wie Menschen beim Kunstturnen.

Ursprung in den USA

Dogdancing hat seinen Ursprung in den USA. Der Verein Dogdance International (DDI), im Jahr 2009 gegründet, erarbeitet die Wettkampfregeln und bildet Leistungsrichter aus. Der Verein hat etwa 320 Mitglieder.

Das Turnier findet am Sonntag in Hoisdorf (Dorfstraße 24) von 9 bis 16.30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter http://www.individuelle-hundeausbildung.de

Julia Paulat

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