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Norddeutschland Ein freches Lied gegen Heidi Klum
Nachrichten Norddeutschland Ein freches Lied gegen Heidi Klum
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20:53 13.02.2018
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Hamburg/Lübeck

„Ich bin nicht Heidis Mädchen“ singt die 15-jährige Aliya Ilgin auf der Video-Plattform YouTube. Sie sitzt inmitten ihrer Freundinnen im Alter von elf bis 15 Jahren. Kopfschüttelnd und mit erhobenem Zeigefinger unterstützen sie die 15-jährige Hamburgerin. „Ich bin ein Feuerwerk an Talenten, Stimme und mehr– so viel, das man bewundern kann.“ Untermalt wird der Gesang von bunter, poppiger Musik.

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Hamburger Schülerinnen protestieren mit ihrem Lied „Not Heidis Girl“ gegen die Show Germany's Next Topmodel und das Frauenbild, das die Sendung transportiert. Anuthida Ploypetch, ehemalige GNTM-Kandidatin aus Lübeck, ist von der Aktion begeistert.

Ein Video zum Thema

finden Sie unter:

ln-online.de/klum-song

Doch der Text macht deutlich, was sich hinter Aliyas Lied „Not Heidis Girl“ (also „Nicht Heidis Mädchen“) versteckt. Es ist der Protest von Schülerinnen gegen die Sendung „Germany's Next Topmodel“

(GNTM) von Heidi Klum, die seit letzter Woche wieder im Fernsehen zu sehen ist.

Initiiert hat den Song samt Musikvideo die Organisation Pinkstinkts, die sich gegen Sexismus in Medien einsetzt. Gegen GNTM haben die Hamburger schon öfter protestiert. „Jetzt haben wir gedacht, wir müssen an die junge Zielgruppe heran kommen“, sagt Pinkstinkts-Mitarbeiter Marcel Wicker. Er hat den Text geschrieben und die Musik komponiert. Seit einer Woche ist der Protest-Song nun online. In den sozialen Netzwerken stößt er auf große Resonanz – allein auf Facebook haben ihn schon 150000 User gesehen. „Im Idealfall guckt nach dem Video keiner mehr GNTM“, sagt Wicker. Er weiß aber, wie unrealistisch das klingt. Denn die Sendung sei gerade bei Mädchen im Teenager-Alter jeden Freitag „das Gesprächsthema Nummer eins auf dem Schulhof“. Wicker würde es schon reichen, wenn Mädchen durch den Song verstehen würden: „Hey, du bist genauso cool, wenn du keinen Bock auf Heidi hast.“ Das Lied soll den Mädchen Vorbilder geben. „Es ist ein Wohlfühl-Song“, sagt Wicker. Die Botschaft: „Ich bin gut, so wie ich bin.“

„Ich war zwar selbst ,Heidis Girl‘, aber das ist eine coole Aktion“, sagt die ehemalige GNTM- Kandidatin Anuthida Ploypetch (20). „Die Mädels setzten sich gegen Bodyshaming und gegen die Sendung ein, das ist stark.“ Die Lübeckerin wurde bei der 10. Staffel 2015 Zweite. Zurzeit lebt sie in Köln, arbeitet als Model und stimmt der Botschaft des Songs zu: „Es ist wichtig, dass Mädchen zufrieden sind, wie sie sind.“ Sie selbst sei auch immer zufrieden mit ihrem Aussehen gewesen. Sie könne niemandem raten, bei der Sendung mitzumachen. „Ich hoffe, die Mädchen verstehen, dass da alles nur Show ist.“

Die Topmodel-Sendung steht schon länger in der Kritik. Unter dem Hashtag #NotHeidisGirl der feministischen Gruppe Vulvarines fotografierten sich im vergangenen Jahr viele junge Frauen, die sich öffentlich gegen GNTM aussprachen.

Junge Frauen in Lübeck sind geteilter Meinung über Heidis Show: „Das ist ganz lustig anzuschauen“, sagt Luisa Backen (23). Auch Laura Schubert (18) sieht die Sendung gern: „Ich weiß, das klingt fies, aber es ist interessant zu sehen, wie weit die Mädchen manchmal gehen.“ Dagegen haben viele auch einen bitteren Nachgeschmack, wenn sie die Show gucken. „Ich weiß, dass die Gewinnerinnen in einem Knebelvertrag hängen“, sagt Evangelina Vletsi (30). „Die Sendung hat an Niveau verloren und wirkt gefaked.“

Von Saskia Hassink

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