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Norddeutschland Ein stürmischer Frühling
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21:42 19.04.2016
Es ist stürmisch und ungemütlich – Tief „Quintina“ setzt dem Norden zu. Salome Zadegan (26, l.) und Anne Wieland (25) bleiben trotzdem gut gelaunt und genießen ihren Urlaubstag in Timmendorfer Strand. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn
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Bad Schwartau/Lübeck

Angelika Möller hat für ihre Gartenarbeit einen trockenen Moment abgepasst. 25 Erdbeerstauden will die Bad Schwartauerin vor ihrem Haus einpflanzen, und sie muss sich beeilen. Denn dunkle, tiefhängende Wolken ziehen auf sie zu und werden wohl in wenigen Minuten für den nächsten Regenschauer sorgen. „Das Wetter ist nicht so optimal“, sagt die 59-Jährige und lässt ihren Blick zum Himmel schweifen. „Aber die Arbeit ist jetzt dran, deshalb kann ich darauf keine Rücksicht nehmen.“ Während sie zum Spaten greift, fliegen ihr die Haare ins Gesicht. Es ist ungemütlich. Ärgerlich an dem Wind sei auch, dass er alles austrockne. „Dann muss ich nach dem Einpflanzen viel mehr gießen“, sagt sie.

Mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde wehte der Wind gestern über Schleswig-Holstein, besonders stürmisch war es laut Meteorologen an der Ostsee. Und ausgerechnet die haben sich Anne Wieland und Salome Zadegan aus Hamburg für ihren Tagesausflug ausgesucht. Auf einer Decke sitzend blicken sie in Timmendorfer Strand aufs Meer hinaus. „Der Wind nervt ganz schön, weil wir dadurch die ganze Zeit Sand im Gesicht haben“, sagt Anne Wieland. „Aber wir lassen uns vom Wetter nicht unterkriegen und genießen trotzdem unseren Urlaubstag.“

Hans und Christa Pasel haben sich eine der anstrengendsten Aktivitäten bei so einem stürmischen Wetter ausgesucht. Sie sind den ganzen Tag mit dem Fahrrad an der Küste unterwegs. „Wir haben eine Wind- und Regenjacke und darunter mehrere Schichten übereinander an“, sagt Hans Pasel. „Außerdem haben wir noch eine zusätzliche Regenhose und -jacke dabei.“ Zwei kurze Schauer haben die Urlauber aus Rietberg (Nordrhein-Westfalen) bereits abbekommen, doch sie nehmen das locker, genauso wie den Gegenwind. „Ich bin gut trainiert“, sagt der 62-Jährige. „Ich gehe drei Mal pro Woche zum Spinning, dazu noch ins Fitnessstudio und zum Fußball.“

Auch Paulina lässt sich von dem ungemütlichen Wetter nicht abschrecken. Die Zweijährige tobt mit ihren Eltern auf dem Strandspielplatz in Travemünde. „Sie hat gerade von ihren Großeltern einen Wind- und Wetteranzug bekommen“, sagt Mutter Stephanie Buhmann. „Dadurch ist sie so gut eingepackt, dass wir bei jedem Wetter rausgehen können.“ Die Familie ist zu Besuch in Schleswig-Holstein, lebt sonst in New York. Buhmann: „Da ist es in zwei Monaten so warm, dass wir den Wind hier noch mal genießen.“

Erst schön, dann wieder wechselhaft

Ab heute wird das Wetter erst mal etwas besser. „Wir bekommen ein bisschen mehr Sonne, und es ist durchweg trocken“, sagt Diplom-Meteorologin Alina Voß von der Wetterwelt in Kiel.

Der Nordwestwind bringe allerdings auch einige dichte Wolken nach Schleswig-Holstein. Bis Sonnabend ändere sich an der Wetterlage kaum etwas, allerdings bleibe es mit maximal zehn bis elf Grad relativ kühl. Nachts ist laut der Expertin sogar Frost möglich.

Ab Sonntag soll es wieder wechselhaft werden. Auch einzelne Graupel- oder sogar Schneeschauer seien möglich, sagt Voß. „Es wird ungemütlich.“

Von Janina Dietrich

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