Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Eine Plane gegen Schlitzer
Nachrichten Norddeutschland Eine Plane gegen Schlitzer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 26.08.2017
Student Andreas Gießler hat die Alarmplane für Lastwagen, in der dünne Drähte versteckt sind, erfunden. Quelle: Foto: Assanimoghaddam/dpa
Anzeige
Osnabrück

Lastwagen, die nachts auf Parkplätzen stehen, sind leichte Beute für Diebe. Um Einbrecher in die Flucht zu schlagen, bietet ein Student aus Bremerhaven Spediteuren ein System an, das laut Alarm schlägt, wenn Langfinger versuchen, die Anhängerplane aufzuschlitzen.

Denn die Einbrecher kommen in der Nacht, wenn der Fernfahrer in der Kabine liegt und schläft. Sie schneiden mit einem scharfen Messer die Plane des Anhängers auf. Wenn sie Ware finden, mit der sie etwas anfangen können, räumen die Diebe den Lkw leer. „Planenschlitzer“ sind ein großes Thema in der Transportbranche. Da stößt die Idee eines Studenten aus Bremerhaven auf großes Interesse bei den Spediteuren: Er rüstet die Lastwagenplanen mit einer von außen unsichtbaren Alarmanlage aus. Schlitzt ein Täter mit einem Messer die Plane auf, ertönt ein schriller, lauter Alarmton – der den Dieb in die Flucht schlagen soll.

„Inzwischen habe ich knapp 20 Kunden und viele Anfragen“, sagt der 33-jährige Andreas Gießler. Er studiert in Bremerhaven Transportwesen und Logistik und kam beim Besuch einer Fachmesse auf die Idee mit der „Alarmplane“. Nachfragen gebe es bereits aus Dubai und Österreich.

Der bundesweite Schaden durch „Planenschlitzer“ liegt laut Bundesamt für Güterverkehr bei etwa 300 Millionen Euro pro Jahr. In Niedersachsen haben sich die Fallzahlen von 2015 zu 2016 um sieben Prozent auf gut 750 Fälle nach oben entwickelt, sagt Frank Federau, Sprecher beim Landeskriminalamt in Hannover.

Ob Computer, Baumaterial und Werkzeuge, Buntmetall, Unterhaltungselektronik, Nahrungsmittel, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Spielzeug, Tabak oder Kosmetikartikel: „Es gibt eigentlich kaum etwas, was nicht gestohlen wird“, sagt Federau. Die bisher ermittelten Täter seien überwiegend aus osteuropäischen Ländern gekommen. Die Beute werde häufig über Hehler abgesetzt. Zu vermuten sei, dass größere Komplettladungen auch auf Bestellung gestohlen werden, sagt Federau. Die Schadenshöhen variieren zwischen 500 Euro und Millionenbeträgen.

Aber auch, wenn keine Ladung gestohlen wird, haben die Spediteure einen hohen Schaden, denn Werkstattarbeiten und Standzeiten verursachen Kosten.

Das System der Alarmplane beruht auf feinen Drähten, die an der Innenseite der Lastwagen-Planen angebracht werden. Wird ein Draht durchtrennt, geht der Alarm los. Das Besondere sei das eigene, fahrzeugunabhängige Stromnetz, mit der die Alarmanlage betrieben werde, sagt Gießler.

Das System setzt also auf Abschreckung. Der Alarmton soll nicht nur die Diebe in die Flucht schlagen und damit den Raub verhindern, sondern auch den Lkw-Fahrer und seine Kollegen auf dem Parkplatz warnen. „Wir weisen unsere Mitarbeiter an, bei Zwischenfällen sicher im Fahrerhaus zu bleiben und die Polizei zu rufen“, sagt Frank Vinke von der Spedition Koch International.

Elmar Stephan

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Tage werden kürzer, und die Weihnachtszeit steht unmittelbar bevor. In wenigen Tagen werden die ersten Packungen Spekulatius in den Supermärkten stehen.

26.08.2017

Die Meyer Werft hält ein Fünftel des Marktanteils und ist auf Jahre ausgebucht.

26.08.2017

. Deutschlands größtes Erdölvorkommen sprudelt seit 30 Jahren vor Schleswig-Holsteins Nordseeküste. Ein Spezialtanker brachte am 6.

26.08.2017
Anzeige